Schwaz will Klimanotstand vermeiden

Notstand ist ein Wort, das BM Hans Lintner in seiner Stadt nicht hören will. Denn in Schwaz werden laut ihm seit Jahren Maßnahmen für den Klimaschutz gesetzt und auch neue Projekte stehen in den Startlöchern.

Schwaz tut viel für den Klimaschutz – darüber sind sie sich einig: Stadtbaumeister Kirchmair, Waldaufseher Anfang, Stadtgärtner Krieg, Umweltberater Kaufmann (stehend v. l.), Stadtwerke-GF Greil, BM Lintner und GR Weratschnig (v. l.).
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Den Klimanotstand ausrufen? Das kommt für die Stadt Schwaz nicht in Frage. „Wir wollen die Botschaft nach außen tragen, dass man etwas tun kann und damit auch etwas bewirkt“, sagt BM Hans Lintner. Den Klimanotstand auszurufen sei laut ihm, als ob man ein Plakat aufhänge – „das bringt kein Ergebnis“. Denn ein solches erziele man nur mit konkreten Maßnahmen. Und das tue die Stadt Schwaz schon seit Langem. „Ohne ein Drama daraus zu machen“, sagt Lintner.

Die Liste des Bürgermeisters ist lang, wenn es darum geht, aufzuzählen, was die Stadt bisher schon für den Klimaschutz getan hat. Das reicht vom Pflanzen unzähliger Bäume, die Errichtung von Erholungsräumen, Entente Florale, Erzeugung von Energie bis hin zur Förderung des öffentlichen Verkehrs. Zudem stehen laut Umweltreferent Hermann Weratschnig auch noch viele weitere Maßnahmen an:

Erneuerbare Energien: Laut BM Lintner sei die Stadt energieautark. Denn die Tochterfirma Stadtwerke Schwaz deckt etwa 80 Prozent des Stromabsatzes mit Ökostrom. „Wir betreiben sieben Wasserkraftwerke“, erklärt GF Karl Heinz Greil. Zudem erneuern die Stadtwerke die Heizanlage im Rathaus. Eine Wärmepumpe spart dabei jede Menge CO2 ein. Innenstadthäuser können sich an dieses System anschließen. Auch für die Freiheitssiedlung und die dortigen Gemeindewohnungen ist eine alternative Wärmeversorgung geplant. „Das Einsparungspotenzial dieser Projekte liegt bei über 300 Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht weit über 100.000 Litern Heizöl“, sagt Greil. Auch weitere kleine Wasser- und Trinkkraftwerke sind in Planung.

Öffi-Ausbau: Für Weratschnig ist dabei der Umbau des Bahnhofs ein wesentlicher Baustein. „Es läuft auch gerade eine Verkehrsanalyse für den Citybus“, sagt er. Weiters sind die Anbindungen in die Ortsteile Weidach, Zöhrer-Areal und Sonnseite in Ausarbeitung.

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Mobilität: Über das Programm „Probyke“ soll Schwaz fahrradfreundlicher werden. Die E-Bike-Förderung komme zudem gut an und Elektroautos dürfen im Schwazer Stadtgebiet gratis parken. Besonders freut sich Weratschnig über das künftige E-Car-Sharing-Projekt zusammen mit den Stadtwerken. Es bedurfte einer langen Vorlaufzeit, aber ab dem nächsten Jahr soll es so weit sein und man kann sich ein E-Auto ausleihen.

Raumplanung und Grünflächen: Für ein besseres Stadtklima setzt man in Schwaz nicht nur auf viel Grünraum und Bepflanzung, sondern auch auf Vogelschutz, Nachverdichtung in der Innenstadt, Sanierung von Altbeständen oder Forderung von Grünraumkonzepten bei Wohnanlagen.

Für Weratschnig ist klar: „Die großen Klimaschutzziele sind nur umsetzbar, wenn die kleine­n Gemeinden damit beginne­n.“ Er bezeichnet Schwaz auch als „Klimaschutz-Stadt“.

Gespannt dürfe man auch auf die Ergebnisse der Studie 2040 sein, denn auch darin spielt der Klimaschutz eine wichtige Rolle.


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