Missbrauchsvorwürfe gegen oö. Arzt: 95 Opfer bekannt

Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Arzt aus dem Salzkammergut, der minderjährige Patienten sexuell missbraucht haben soll, weiten sich massiv aus. Derzeit sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Wels 95 Opfer namentlich bekannt. Bei allen handelt es sich um minderjährige Buben.

Zudem sei mittlerweile ein Gutachten eingelangt, das der Verantwortung des Beschuldigten, die „Behandlungen“ seien medizinisch indiziert gewesen, widerspricht, so die Staatsanwaltschaft. Der Arzt hatte nämlich behauptet, die „Untersuchungsmethoden“ seien aus fachlicher Sicht nötig gewesen.

Ein Gutachten bescheinigt dem Mediziner Zurechnungsfähigkeit, bestätigte zudem Staatsanwaltschafts-Sprecherin Silke Enzlmüller. Die Anklagebehörde hat aber noch weitere Sachverständigen-Expertisen in Auftrag gegeben: So gilt es zu klären, ob etwaige Folgeschäden bei den Opfern entstanden sind - aktuell stehe das bei vier Buben im Raum.

Schwere Folgeschäden würden den Strafrahmen von zehn auf 15 Jahre erhöhen. Die mutmaßlichen Übergriffe sollen bis zum Jahr 2000 zurückreichen.

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Der Großteil der namentlich bekannten Opfer sei bereits polizeilich einvernommen worden, die noch ausstehende sollen demnächst folgen. Bei Fällen, in denen schwerer sexueller Missbrauch im Raum steht, werden im Landesgericht Wels kontradiktorische Einvernahmen durchgeführt, die noch bis Mitte August dauern dürften, so Staatsanwaltschafts-Sprecherin Silke Enzlmüller.


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