Rapid-Rowdy zog Polizeieinheit ans Innsbrucker Gericht

Rapid gegen Innsbruck. Das war im Dezember Brutalität. Zumindest außerhalb des Stadions, wo sich einige Rapid-Fans eine Pöbelei mit extra fü...

Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Rapid gegen Innsbruck. Das war im Dezember Brutalität. Zumindest außerhalb des Stadions, wo sich einige Rapid-Fans eine Pöbelei mit extra für sie angereisten Polizeieinheiten lieferten. Welchen Aufwand solche Übergriffe von „Fußballfans" hervorrufen, zeigte nun ein Prozess am Landesgericht. Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung und tätlicher Angriff auf einen Beamten wurden einem 39-Jährigen vorgeworfen. Der Niederösterreicher beteuerte vor Richter Andreas Mair jedoch, dass er so betrunken gewesen sei, dass er sich an nichts erinnere: „Es war halt ein schöner Rausch, Herr Rat!" Weniger schön war hingegen, dass der „Rapidler" die Beamten laut deren Aussagen mit einer zumindest halbvollen Bierdose und einem abgebrannten Bengalfeuerwerk beworfen hatte. Bei der darauffolgenden Festnahme fing der 39-Jährige dann auch noch eine Rangelei an, bei der sich ein Beamter den Ellbogen verdreht hatte. „Er sagte, er habe jetzt keine Zeit für uns. Er müsse sich das Spiel ansehen", schilderte einer der als Zeugen geladenen Beamten. Er war einer von vielen Kollegen, die aus Wien, Nieder- und Oberösterreich extra zur Zeugenaussage zum Prozess angereist waren — meist mit dem Dienstwagen. Neben dem Kostenfaktor wohl auch für die Beamten kein Vergnügen: „Jetzt fahr ich da 400 Kilometer für zwei Minuten Zeugenaussage", brummte ein Wiener. Und das Ergebnis? Da einige der Polizisten derzeit auf Mallorca & Co. weilen, musste vertagt werden. Zumindest der Angeklagte muss nun im August — mit den übrigen Polizisten — nochmals nach Innsbruck reisen. Auch für den Rapidler ein Aufwand — und das Urteil kommt ja erst noch.

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Ein Freispruch von gefährlicher Drohung gegenüber der eigenen Tochter erging gestern über eine 55-Jährige. Im Juni erst hatte nämlich die Angeklagte die Polizei gerufen, da die Tochter nach einem Streit deren Wohnung nicht verlassen wollte. Als die Beamten dann heranrückten, hörten sie: „Ich stech dich ab, ich stech dich ab!" Eine Einweisung in die Psychiatrie folgte damals für die überarbeitete Alkoholisierte. Im Prozess konnte sie jedoch glaubhaft machen, dass sie ihrem Kind doch nie etwas tun könnte. (fell)


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