Lichtblicke im Kampf gegen Aids

Die HIV- und Aids-Forschung macht Fortschritte. Doch Diskriminierung und humanitäre Krisen bremsen die Erfolge aus,

Mexiko-Stadt –In der Theorie könnte man die HIV-Epidemie beenden. Für die Praxis fehlen die politischen Lösungen. Vorsichtig hoffnungsvoll äußerte sich gestern Jürgen Rockstroh zum Abschluss der Konferenz zur HIV-Forschung der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS) in Mexiko-Stadt. Rockstroh, Präsident der Europäischen Aids-Gesellschaft, sagte: „Es gibt wahnsinnig viele positive Nachrichten.“

Unter anderem wurde das Ergebnis einer ersten klinischen Studienphase der HIV-Prophylaxe „PrEP“ in Implantat-Form präsentiert. Es sei verträglich und habe das antiretrovirale Medikament in der benötigten Menge abgegeben, sodass es voraussichtlich für mindestens ein Jahr eingesetzt werden könnte. „PrEP“-Tabletten gibt es bereits seit Längerem. Humanitäre Krisen und Diskriminierung bereiten den Experten jedoch Sorgen. IAS-Präsident Anton Pozniak kritisierte bereits am Sonntag, dass ultrakonservative Regierungen zur Diskriminierung beitrügen. „Diese schlagen aus Rassismus, Homophobie und Ignoranz politisches Kapital“, sagte er.

Laut UNAIDS, dem HIV/Aids-Programm der UNO, lebten 2018 weltweit 37,9 Mio. Menschen mit HIV – eine Million mehr als 2017. Es wurden nur ca. 60 Prozent mit Medikamenten versorgt. (dpa)

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