100. Tag des Obdachlosen-Protests in Madrid

Eine ungewöhnliche Protest-Aktion von Dutzenden Obdachlosen hat in Madrid den 100. Tag erreicht. Die „Sintecho“ hatten Mitte April vor dem Prado-Museum ein Zeltlager errichtet, um auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam zu machen. Inzwischen gibt es ein zweites Lager vor dem Rathaus der spanischen Hauptstadt.

Die Obdachlosen fordern in erster Linie die Erfüllung von Artikel 47 der Verfassung, die allen Spaniern eine „würdige und geeignete“ Unterbringung garantiert. Die Zahl der Teilnehmer der Aktion wird von Woche zu Woche größer - inzwischen sind es nach Angaben der Organisatoren rund 200 mit etwa 150 Kleinzelten.

Nach der alle zwei Jahre von der Stadtverwaltung durchgeführten Zählung der auf der Straße lebenden Menschen kletterte die Zahl der Obdachlosen in Madrid im vorigen Dezember um 24 Prozent auf 651. Nach Schätzungen des katholischen Hilfswerks Caritas und von Nichtregierungsorganisationen sind es allerdings mehr als 3.000 Menschen in der Hauptstadt und mehr als 40.000 in ganz Spanien, die kein Obdach haben und unter freiem Himmel übernachten müssen.

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