Anklage nach Attacke auf lesbisches Paar in Londoner Bus

Nach einem Angriff auf ein lesbisches Paar in einem Londoner Bus werden mehrere Teenager in Großbritannien angeklagt. Die 15- bis 17-Jährigen hatten die Frauen vor zwei Monaten erst erniedrigt, dann blutig geschlagen und ausgeraubt.

Dieses Foto der beiden jungen Frauen mit blutverschmierten Gesichtern und Kleidung schockierte die britische Öffentlichkeit.
© facebook/melaniapeese (Screensho

London – Aufgrund einer Gewaltattacke auf ein lesbisches Paar in einem Bus werden vier Teenager in Großbritannien angeklagt. Wie britische Medien berichten, werden sie Ende August vor einem Jugendgericht erscheinen müssen.

Im Mai dieses Jahres kam es in einem Londoner Bus zu dem gewalttätigen Vorfall: Zunächst küssten sich zwei Frauen, sodass eine Gruppe Teenager auf sie aufmerksam wurde. Sie sprachen sie an und forderten die beiden auf, sich noch einmal zu küssen. Immer wieder machten sie sexuelle Gesten und bedrängten das lesbische Paar. „Sie beobachteten uns die ganze Zeit und wollten unbedingt, dass wir uns küssen“, berichtete Melania Geymonat nach der Attacke dem britischen Blatt Daily Mail.

Sie forderten die Gruppe immer wieder auf aufzuhören, doch sie ließen nicht von den Frauen ab. Die Situation eskalierte und die Gruppe schlug auf die beiden ein. Am Ende waren beide Frauen voller Blut und wurden auch noch ausgeraubt. Der Überfall geschah nachts, außer dem Paar und den Angreifern waren keine anderen Fahrgäste im Bus.

Später sagten die beiden Frauen, dass sich die jungen Männer wie Hooligans benommen hätten. Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass die Täter zwischen 15 und 17 Jahre alt waren. Am 21. August müssen die vier vor einem Jugendgericht erscheinen und sich wegen Körperverletzung und Raub verantworten.

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Der Fall hatte in Großbritannien viele Reaktionen hervorgerufen, weil eine der Frauen ein Bild in den sozialen Netzwerken teilte und über die Attacke im Bus berichtete. Londons Bürgermeister Sadiq Khan nannte den Überfall einen „ekelhaften, frauenfeindlichen Angriff“. Auch Ex-Premierministerin Theresa May erklärte, dass „niemand jemals verstecken müssten sollte, wer er sei oder wen er liebe“ und „Gewalt gegen die LGBT-Gemeinschaft inakzeptabel“ sei. (TT.com)


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