Nach Unwettern im Unterland: Fast alle Straßen wieder frei

Das Tiroler Unterland wurde am Samstagnachmittag von teils heftigen Unwettern getroffen. Muren, Hagel und umgestürzte Bäume hielten die Feuerwehren auf Trab. Mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt, die meisten Sperren konnten aufgehoben werden.

Vermurung der Aschauer Landesstraße in Kirchberg. Die Talstation der „Ki-West“ dürfte die Mure nahezu unbeschadet überstanden haben.
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Kufstein, Schwaz — Am Samstagnachmittag war es mit dem Sonnenschein vorerst vorbei — in großen Teilen Tirols übernahmen Sturm, Regen und teilweise auch Hagel das Kommando. Am heftigsten fielen die Gewitter im Unterland aus. Am Sonntagvormittag wird vielerorts noch aufgeräumt, bis auf die Brandenberger Straße (L4) sind jedoch alle Hauptstraßen wieder befahrbar. Grund für die Sperre auf der L4 war ein Erdrutsch am Samstagabend, sie bleibt mindestens bis Montagfrüh zwischen Achenrain (Kramsach) und Brandenberg unpassierbar.

Nach einer Schlammlawine gab es für mehrere Pkw-Fahrer im Kaiserbachtal kein Weiterkommen mehr.
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Im Kaiserbachtal in Kirchdorf wurden laut ersten Informationen gegen 17 Uhr drei Autos von einer Mure erfasst — mit scheinbar glimpflichem Ausgang. Welches Glück die Insassen hatten, lassen die Bilder erahnen. Ein Auto blieb im etwa 30 bis 40 Zentimeter tiefen Schlamm stecken. Zwei nachfolgende Autos wurden ebenfalls erfasst. Alle Insassen der Wagen konnten die Fahrzeuge unversehrt verlassen, hieß es seitens der Polizei Erpfendorf. Ebenfalls in Kirchdorf war die Kössener Straße (B 176) nach einer Überflutung unpassierbar, laut Polizei Kitzbühel wurde die Sperre gegen 19.30 Uhr wieder aufgehoben.

Die Kössener Landesstraße ist überflutet.
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Ein schwerer Sturm mit Hagel fegte am späten Nachmittag auch über Ebbs hinweg. Mehrere Nadelbäume stürzten dabei gegen 17 Uhr auf die Wildbichler Bundesstraße (B175), diese musste zwischen Kreisverkehr Achorner und Hödnerhof vorübergehend gesperrt werden. Gegen 18.45 Uhr konnte die Sperre schließlich wieder aufgehoben werden. Eine örtliche Umleitung über die A12 wurde eingerichtet. Im Einsatz waren insgesamt 50 Mann der Freiwilligen Feuerwehren Ebbs und Kufstein mit sieben Fahrzeugen sowie die Polizei Kufstein und Niederndorf mit drei Streifen.Sie entfernten die umgestürzten Bäume mit Motorsäge und Radlader von der Straße.

In Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Sportplatz in Ebbs, auf den massenhaft Regen und Hagel niederprasselten.

Umgestürzte Bäume, wie hier in Ebbs, gab es Samstagnachmittag einige.
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Hier ein Video aus Ebbs:

Erdrutsch in Kirchberg bei "Ki-West-Bahn"

Zudem war die Aschauer Landesstraße (L203) in Kirchberg (nahe „Ki-West-Bahn") bis um etwa 19.30 Uhr wegen einer großflächigen Vermurung gesperrt. Im schmalen Bachbett des Brügglbachs rutschen Tonnen von Steinen, Geröll und Schlamm talwärts, wie die Polizei berichtet. Das hangseitige Brückengeländer hielt dieser Menge nicht stand, der Bach ergoss sich unter und über der Brücke in Richtung der Aschauer Ache. Bis zu einem Meter hoch blieb das Geröll auf der Landesstraße liegen. Verletzt wurde niemand, Autofahrer wurden von der Polizei aus der Gefahrenzone abgeleitet. 40 Mann der Freiwilligen Feuerwehren Aschau und Kirchberg waren vor Ort, außerdem rückten private Erdbewegungsunternehmen sowie die Straßenmeisterei an. Um 19.30 Uhr befand der Straßenmeister die Brücke für unbeschädigt und hob die Sperre auf.

Verletzt wurde durch die Gerölllawine in Kirchberg niemand, die entstandenen Schäden stehen noch nicht fest.
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Die Brixentalstraße war im Bereich der Umfahrung von Brixen im Thale ebenfalls gesperrt, nachdem größere Wassermassen auf die Fahrbahn gelangt sind, sie konnte kurz nach 18.30 Uhr freigegeben werden.

Überflutete Keller, umgestürzte Bäume auf Landstraßen und Äste auf Autobahnen hielten die Einsatzkräfte im Großraum Kufstein ebenfalls auf Trab, hieß es seitens der Leitstelle gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online. Und auch ein Blick auf die Alarmierungen des Landesfeuerwehrverbandes zeigt, dass viele Haushalte im Unterland mit Wasserschäden zu kämpfen hatten.

Die Feuerwehr war wegen einer Vermurung mit einem Bagger in Weerberg im Einsatz.
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Auch im Bezirk Schwaz wüteten die Gewitter. So war die Feuerwehr etwa in Weerberg mit schwerem Gerät im Einsatz, nachdem ein Bach über die Ufer trat und eine Straße großräumig vermurte. Ein verstopfter Gulli tat sein Übriges.

Nach einem Blitzeinschlag war in Kolsass ein Baum umgestürzt, den die Feuerwehr fachgerecht zerlegen konnte. Zudem gab es in einem örtlichen Supermarkt wegen des Starkregens einen Wasserschaden. Und auch in Kolsassberg war die Feuerwehr im Einsatz.

Der Sportplatz in Ebbs wurde durch Starkregen, Hagel und Sturm in Mitleidenschaft gezogen.
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