Kommt was Anrüchiges geflogen: Aufregung um Klärabfälle im Lechtal

Ein Aushub der Kläranlage der Memminger Hütte wurde ins Madautal geflogen und dort auf fremdem Grund liegen gelassen. Die Hüttenpächterin spricht von einem Versehen, der Grundbesitzer von Frechheit.

Klärabfälle der Memminger Hütte wurden mehrere Tage in offenen Big Bags im Madautal „zwischengelagert“.
© Kapeller

Von Helmut Mittermayr

Bach, Zams –„Die glauben wohl, ihnen gehört das ganze Tal!“ Der Lechtaler Franz Kappeller ist in Rage. Dem Mann aus Bach gehören im hinteren Bereich des Madautales Grundstücke, insgesamt gibt es dort im Bereich Seelealpe vier Privateigentümer. Die Flächen sind die einzig flachen im Talschluss und werden deshalb auch gerne als Start- und Landeplatz für Materialflüge von Hubschraubern genutzt. Gerade erst letzte Woche haben Jäger Brennholz und Salzlecken in die Höhe bringen lassen, was Kappeller keineswegs stört. Aber der Hubschrauber nahm auch Lebensmittel für die Memminger Hütte auf und flog im Gegenzug den Aushub der Kläranlage in so genannten Big Bags wieder ins Madautal. Dort wurden die Säcke laut Kappeller genau auf seinem Grundstück deponiert und „insgesamt fünf Tage einfach liegen gelassen“. Die Big Bags seien offen, der Gestank unerträglich gewesen. Der 69-Jährige machte umgehend Anzeige bei der Polizeiinspektion Elbigenalp, die wiederum die Umweltabteilung der BH Landeck einschaltete. „Eine ordnungsgemäße Entsorgung sieht wohl anders aus. Da sind ja auch Chemikalien wie Putzmittel aus der Hütte drin. Es regnete hinein, dann brannte wieder die Sonne drauf“, legt Kappeller nach.

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