Ein Vermisster nach Explosion in Munitionslager in Sibirien

Eine gewaltige Explosion in einem Munitionsbetrieb erschütterte am Montag eine Kleinstadt in Sibirien. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus.

Auf Video-Aufnahmen war die gewaltige Explosion zu sehen.
© YouTube

Krasnojarsk – Nach der Explosion in einem Munitionslager der russischen Armee in Sibirien ist am Dienstag ein Mensch vermisst worden. Zwölf Menschen wurden verletzt, tausende Anrainer wurden in Sicherheit gebracht, berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Feuer war nach Angaben der Streitkräfte inzwischen unter Kontrolle.

Der Gouverneur der Region Krasnojarsk, Alexander Uss, teilte mit, dass es einen Vermissten gebe. Laut Behördenvertreter mussten mehr als 9500 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Rund 6000 weitere hätten ihre Häuser vorsorglich freiwillig verlassen.

Das Feuer war laut der Armee am Dienstag unter Kontrolle: „Es gibt keine Brandnester mehr“, teilte das Verteidigungsministeriums mit. Für die Rückkehr der Anrainer sei es jedoch noch zu früh, sagten Behördenvertreter.

Die Explosion hatte sich am Montag in der Nähe der Stadt Atschinsk ereignet. Die Ursache war zunächst unklar. Der Vize-Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow sagte bei einer Pressekonferenz, dass „menschliches Versagen“ wahrscheinlich sei.

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Augenzeugen veröffentlichten Videos im Internet, die dicken schwarzen Rauch über einem Wald nahe dem Munitionsdepot zeigten. Die russische Armee setzte zehn Löschflugzeuge, mehrere Hubschrauber und Pioniere zur Unterstützung der Löscharbeiten ein.

40.000 Artilleriegeschosse im Lager deponiert

Vize-Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow wollte in die betroffene Zone in der Region Krasnojarsk reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, hieß es. Das Feuer soll an zwei Stellen in dem Lager ausgebrochen sein. Dort seien rund 40.000 Artilleriegeschosse deponiert.

In Russland kommt es wegen mangelnder Brandschutzvorkehrungen, aber auch wegen ungenügender Vorbereitung der Menschen auf Notfälle immer wieder zu schweren Großbränden mit hohen Opferzahlen. Im Juni waren bei einer Explosion in einem Munitionsbetrieb in der russischen Stadt Dserschinsk mindestens 85 Menschen verletzt worden. Die Behörden ermittelten wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften. (APA/AFP/dpa)


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