„Zeit ist vorbei, wo man drüberfährt“

Die Neos präsentieren ihre Liste im Wahlkreis Unterland. Kandidaten fordern Eintagesmaut sowie Tunnel für neue ÖBB-Gleise zum Brenner.

Starten den Wahlkampf in den Bezirken: Robin Exenberger, Tirols Spitzenkandidat Johannes Margreiter und Johannes Gasteiger (v. l.).
© Hrdina

Kufstein –Als Partei „aus der Mitte der Gesellschaft“ präsentieren sich die NEOS im aktuellen Wahlkampf, der nun auch in den einzelnen Bezirken Tirols Fahrt aufnimmt. Gestern stellte Tirols Spitzenkandidat Johannes Margreiter mit dem Radfelder Unternehmer Johannes Gasteiger den Listenersten für den Wahlkreis Unterland in Kufstein vor. An dritter Stelle findet sich mit dem 21-jährigen Fliesenleger Robin Exenberger ein junger Vertreter, der das „schrottreif­e Pensionssystem“ ins Visier nehmen will, wie er beim Medientermin mitteilte. Ziel sei ein Tiroler Grundmandat im Nationalrat, dazu brauche man 6,7 % aller Stimmen in Österreich.

Verkehr, Bildung und Umwelt bleiben die zentralen Themen, damit treffen die Pinken im Bezirk Kufstein gleich zweimal ins Schwarze. Den Staus will man mit einer „vermehrten Verlagerung auf die Schiene entgegenwirken“. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes sei dafür Voraussetzung – das gelte auch für die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel. Auf Nachfrage der TT spricht sich Margreiter für eine komplette Tunnellösung für die neuen Gleise aus. Dass die ÖBB die Kosten-Nutzen-Relation einer durchgehend unterirdischen Lösung anzweifeln (die TT berichtete), lasse er nicht gelten. „Wir sind eine sehr wohlhabende Gesellschaft und können uns das leisten.“

Gasteiger ortet die Lösung für das Kufsteiner Stauproblem außerdem in der Einführung einer Tagesmaut „für einen Euro“. Dem „hausgemachten Verkehr“ solle man mit Car-Sharing-Modellen entgegenwirken.

Angesprochen auf das Streitthema Asbestdeponie­n fordert Margreiter eine Informationspflicht noch vor behördlichen Verhandlungen: „Die Zeit, in der die Politik einfach über Leute drüberfährt, ist vorbei. Das Abfallwirtschaftsgesetz gehört komplett neu aufgesetzt.“ Gasteiger plädiert gleichzeitig dafür, Verantwortung für den eigenen Müll zu übernehmen. „Wir dürfen unsere Probleme nicht exportieren.“ (jazz)


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