Mensch und Hund: Eingespieltes Team braucht viel Training

Das Interesse am Hund als täglichem Begleiter ist in den letzten Jahren stark angestiegen; damit wächst auch die Anzahl der Hunde schnell an.

Die Hundetrainerinnen Karoline Senn (2. v. l.) und Janina Sandbichler (r.) mit ihren Kursabsolventinnen.
© Hairer

Imst, Landeck –„Hund und Halter müssen beweisen, dass sie nicht nur auf dem Trainingsplatz 120 Prozent geben können, sondern dass sie auch dem Alltag gewachsen sind. Man muss auf seinen Hund eingehen und ihn verstehen, damit Beißvorfälle vermieden werden.“ Diese Worte richtet Hundetrainerin Karoline Senn an ihre menschlichen und tierischen SchülerInnen. Und zwar beim vorbereitenden Kurs für die „Hundealltagstauglichkeitsprüfung“. Das Interesse am Hund als täglichem Begleiter ist in den letzten Jahren stark angestiegen; damit wächst auch die Anzahl der Hunde schnell an: Derzeit gibt es 472 Hunde in Imst. Vergleicht man diese Zahl mit jener des Jahres 2016 (408 Hunde), so lässt sich ein Zuwachs von rund 16 Prozent feststellen.

Je mehr Hunde sich in einem Gebiet bewegen, desto wichtiger ist das friedliche Nebeneinander von Hunden, Hundehaltern und Nicht-Hundebesitzern. Dafür erarbeitete Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) einen Gesetzesentwurf, der einen „verpflichtenden Sachkundenachweis“ bzw. Hundeführerschein bei erstmaliger Anschaffung eines Hundes vorsieht.

Der Österreichische Berufsverband der Hundetrainer und -verhaltensberater unterscheidet zwei verschiedene Prüfungen: die Begleithundeprüfung mit Verkehrsteil (BH-VT) und den Hundealltagstauglichkeits-Sachkundenachweis (HAT-SK). Erstere umfasst den Nachweis, dass das Hund-Halter-Team Grundregeln beherrscht und für weiterführende Ausbildungen zugelassen ist; Letzterer fokussiert verstärkt auf den Alltag und gilt in Oberösterreich und Vorarlberg bereits als Hundeführerschein.

Die Hundetrainerinnen Karoline Senn (Karo’s Hundeschule; Bezirk Imst) und Janina Sandbichler (SanJa Dogschool; Bezirk Landeck) setzen sich dafür ein, dass der HAT-SK auch in Tirol als Hundeführerschein anerkannt wird. In ihren Hundeschulen bieten sie Kurse zur Vorbereitung und die Möglichkeit der Absolvierung der Prüfung an.

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Diese besteht aus vier Teilen: Grundgehorsam, einem Wesenstest des Hundes, dem Sachkundenachweis des Besitzers sowie einer Alltagstauglichkeitsüberprüfung in einer belebten Zone inklusive Begegnungen mit Kindern, Radfahrern und Joggern. Das Hauptaugenmerk der Bewertung liegt hierbei auf einem „erstklassigen Zusammenspiel von Hund und Halter“ in alltäglichen Situationen.

Abschließend erklärt Hundetrainerin Janina Sandbichler: „Unser großes Ziel ist ein durch gewaltfreies Training erreichtes reibungsloses Miteinander von Hunden, Hundehaltern und Nicht-Hundebesitzern.“ (liha)

Um seinen Hund „lesen“ zu können, muss man ihn genau beobachten und auf seine Signale reagieren.
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