Fleischfressende Bakterien: Bad in der Ostsee endete für Frau tödlich

Für viele Menschen gehört ein Ausflug ans Meer zum Sommer dazu. Dass ein solcher Strandtag mitunter lebensbedrohlich enden kann, dürften die wenigsten wissen. In Mecklenburg-Vorpommern ist nun eine Frau nach dem Baden gestorben.

Wer im Meer baden geht, sollte wissen, ob er zu einer der Risikogruppen für eine Infektion gehört.
© dpa

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern hat es den ersten Todesfall des Sommers wegen Vibrio-Bakterien gegeben. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, soll es sich nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales bei dem Todesopfer um eine ältere Frau handeln, die zur Risikogruppe der immungeschwächten Personen gehörte.

Neben diesem Fall soll es nach Angaben des Landesamts seit Juni vier weitere Infektionen durch die gesundheitsgefährdenden Vibrionen gegeben haben. Die Leiterin der Behörde, Martina Littmann, sagte der Zeitung, die Bakterien würden sich vor allem bei einem Salzgehalt ab 0,5 Prozent und ab einer Temperatur von etwa 20 Grad vermehren. In warmen Sommern seien diese Bedingungen auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste gegeben. Im vergangenen Jahr, dessen Sommer als besonders warm galt, zählte die Behörde 18 erkrankten Menschen, drei von ihnen starben. Im Jahr 2003 hätten sich hingegen nur zwei Menschen infiziert, einer starb.

Wie die Zeitung von Littmann erfuhr, wird die Untersuchung auf Vibrionen in der Ost- und Nordsee nicht standardmäßig durchgeführt, sondern erfolgt zusätzlich. Wichtig sei deswegen, dass Informationen über Landesgrenzen hinweg erfolgten, da von Infektionen häufig Badende aus anderen Bundesländern betroffen seien.

Vibrionen, auch „fleischfressende Ostseebakterien“ genannt, sind Stäbchenbakterien mit Vorliebe für salzige und warme Gewässer. Trotz ihres Beinamens kommen sie auch in der Nordsee vor. Zu den Risikogruppen gehören unter anderem Menschen, die an Immunschwäche, offenen Wunden oder chronischen Erkrankungen leiden. Die Bakterien können bereits über kleine Verletzungen der Haut in den Körper gelangen. Wer zu einer der Risikogruppen gehört, sollte deshalb auf ein Bad im warmen Meerwasser verzichten.

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Das Landesamt für Gesundheit und Soziales empfiehlt, bei den geringsten Anzeichen einer Wundinfektion nach einem Bad im Meer einen Arzt zu Rate zu ziehen. (TT.com)


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