Mitten in Innsbrucker Altstadt Taube geschossen: Geldstrafe

Ob Wolf, Bär, Gockel oder Kuh — Tierisches rückt in Zeiten flächendeckender Landschaftsnutzung immer weiter in die Wahrnehmung der Bevölkeru...

Die Taubenplage auf Innsbrucks Dächern erregt so manche­n Hausbewohner. Abhilfe ist schwierig.
© BenTheWikiMan

Ob Wolf, Bär, Gocke­l oder Kuh — Tierisches rückt in Zeiten flächendeckender Landschaftsnutzung immer weiter in die Wahrnehmung der Bevölkerung. Ganz hoch auf der Ärgernis-­Skala: die Taube. Vor allem Hausbewohner stoßen sich an Dauerverschmutzung und Gurren. Etliches wird zur Abhilfe oft probiert — meist mit wenig Erfolg. Immer öfter sehen Verzweifelte dann die Flint­e als letztes Mittel. Dies endet nicht selten vor dem Strafrichter.

"Da hätte ich ja gleich einen Hirsch schießen können"

Wie gestern am Landesgericht für einen 67-jährigen Unternehmer. Der war im April mit einem Luftdruckgewehr von stattlicher Dimension in das Altstadthaus seiner Familie eingerückt. Zur Mittagszeit wurde dann eine Studentin von drei ungewöhnlichen Knallern erschreckt. Als sie aus dem Fenster blickte, sah sie gegenüber den Unternehmer und im Hof eine tote Taube. „Nicht schießen, nicht schießen!", schrie die Frau darauf. Wenig später stürmte die Polizei mit Schutzwesten das Haus, doch der Schütze war schon verschwunden. Eine Festnahmeanordnung wurde erlassen. Die Obduktion der Taube ergab einen sauberen Durchschuss in der Halsgegend.

Vor Richterin Helg­a Moser leugnete der 67-Jährige gestern standhaft, der Schütze gewesen zu sein. Auch sei kein Schuss gefallen: „Ich stand doch im Zimmer, Frau Rat — und hörte keinen Schuss." Nur erschrecken habe er die Tiere allenfalls einmal wollen. Zu viel der Zufälle für Richterin Moser: „Sie haben ein Wirbeltier mutwillig getötet, das ist Tierquälerei." Zur Hälfte bedingte 3600 Euro Strafe folgten. Die Richterin: „Zum Merken: Eine Taube kostet 1800 Euro." Der Verurteilte: „Aber Frau Rat, da hätte ich ja gleich einen Hirsch schießen können!" (fell)

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