Kein Gewaltverbrechen: 15-Jährige verhungerte im malaysischen Dschungel

Tagelang suchen Helfer im malaysischen Dschungel nach der verschwundenen Nora (15). Dann entdecken sie die nackte Leiche der jungen Touristin. Zunächst vermuten die Ermittler ein Verbrechen. Doch Mediziner stellen nun etwas anderes fest.

Die malaysische Polizei und die britische Hilfsorganisation Lucie Blackman Trust, die sich seit Tagen um die Familie kümmert, bestätigten nach entsprechenden Medienberichten den Fund einer Leiche.
© AFP

Seremban – Die im Dschungel von Malaysia verschwundene und nach zehn Tagen tot aufgefundene 15-jährige Nora ist an inneren Blutungen gestorben. Die Autopsie habe ergeben, dass der Teenager aus London vom Hunger und Stress ausgelöste Magen-Darmblutungen erlitten habe, teilte die malaysische Polizei am Donnerstag mit. Demnach lebte Nora noch sieben Tage, dann starb sie an einem Darmbruch.

Da Nora nackt gefunden wurde und sich ihre Leiche auch gar nicht weit weg vom Hotel befand, zogen die Ermittler in Betracht, dass Nora entführt und ermordet wurde. Doch die Pathologen fanden keine Hinweise darauf, auch eine Vergewaltigung ist ausgeschlossen. Sie stellten lediglich ein paar Kratzer am Bein der jungen Frau fest, Anzeichen von Gewalt fanden sie während der zwölfstündigen Autopsie keine.

Weder Kleidung noch Fußspuren gefunden

Die Ermittler vermuten nun, dass Nora aus ihrem Zimmer in den Dschungel gegangen war, wo sie sich verlief und schließlich verhungerte. Die Kleidung der jungen Frau wurde bislang nicht gefunden.

Der Ort an dem Nora entdeckt wurde, sei nicht leicht zu finden. Ein Mitglied des Suchteams erklärte gegenüber der Daily Mail, das um den Fundort keine Fußspuren gefunden worden seien. Es könne also sein, dass Nora Wasser trinken wollte und dann dem Verlauf des Flusses folgte. „Das Wasser war jedenfalls nicht besonders tief.“ Das würde auch erklären, warum Spürhunde die Fährte des Mädchens nicht aufnehmen konnten.

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Die Jugendliche aus London hatte mit ihren Eltern in einem Öko-Resort im bergigen Hinterland der Hauptstadt Kuala Lumpur Urlaub machen wollen. Schon kurz nach der Ankunft verschwand sie aus ihrem Zimmer. Nora war nach Angaben der Eltern mit einem Gehirndefekt auf die Welt gekommen, sie war geistig etwas zurückgeblieben und hatte Probleme beim Gehen.

Nach ihrem Verschwinden suchten 350 Polizisten und freiwillige Helfer tagelang mithilfe von Spürhunden und Hubschraubern den Dschungel ab. Sogar ein Schamane beteiligte sich an der Suche. Da die Jugendliche als nicht besonders zutraulich galt, beschallten die Helfer den dichten Dschungel per Lautsprecher mit einer Aufnahme, auf der die Mutter des Mädchens ruft: „Nora Liebling, ich liebe Dich, hier ist Mama.“ Schließlich wurde die junge Frau von einem Einheimischen tot und entkleidet in der Nähe eines Wasserfalls entdeckt. Nur 2,4 Kilometer vom Hotel entfernt. (TT.com, dpa)


Schlagworte