Briten gaben iranischen Öltanker vor Gibraltar frei

Das mit iranischem Öl beladene Schiff sei frei und werde schon bald Gibraltar verlassen, twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad, am Donnerstag. Das Ende „der illegalen Festsetzung“ des Tankers sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen des iranischen Außenministeriums mit der britischen Seite.

Der iranische Supertanker "Grace 1".
© AFP

Teheran – Großbritannien hat den vor Gibraltar festgesetzten iranischen Tanker „Grace 1“ freigegeben und damit den Weg für einen Austausch mit dem vom Iran festgehaltenen britischen Tanker freigemacht. Damit wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Ländern, darunter den USA und Großbritannien.

Zuvor hatte der Iran eine schriftliche Erklärung abgegeben, dass die Ölladung nicht in Syrien gelöscht werde. „Im Lichte dieser Zusicherung gibt es keine vernünftigen Gründe für eine weitere gerichtliche Beschlagnahme der ‚Grace 1‘, um EU-Sanktionsauflagen zu erfüllen“, teilte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo am Donnerstag mit. Man habe eine schriftliche Erklärung der iranischen Regierung erhalten, dass das Öl-Ladung nicht in Syrien gelöscht werde, hieß es. In letzter Minute versuchten die USA, das Schiff am Auslaufen zu hindern.

Die Regierung Gibraltars gab zudem bekannt, das US-Justizministerium habe beantragt, den Tanker wegen einer Reihe von Vorwürfen zu beschlagnahmen. Eine gerichtliche Prüfung dessen stehe noch aus. Somit war nicht unmittelbar klar, ob das Schiff ablegen konnte. Auch ein Regierungssprecher konnte diesbezüglich auf Anfrage dazu keine Auskunft geben.

Tanker war Anfang Juli gestoppt worden

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker am 4. Juli vor der Küste Gibraltars wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien gestoppt. Grund war der Verdacht, dass das Schiff Öl nach Syrien schmuggeln sollte. Dies wurde als Verstoß gegen EU-Sanktionen gewertet. Der Iran bestreitet die Vorwürfe. Er setzte zwei Wochen später den unter britischer Flagge fahrenden Tanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormuz mit der Begründung fest, er habe gegen das Seerecht verstoßen. Ein Sprecher der Reederei der „Stena Impero“ sagte, die Lage sei unverändert.

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Seit Monaten gibt es ein Kräftemessen zwischen dem Iran und anderen Staaten, allen voran den USA, das auch und gerade auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Zwischenfällen vor allem in der Straße von Hormuz, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt. Die Straße von Hormuz zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die Führung in Teheran bestritt.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück. Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seit dem Ausstieg aus dem Abkommen setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran widersteht dem Druck bisher. (APA/Reuters/dpa/AFP)


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