Tödliche Messerattacke in Wörgl: 19-jähriger Innsbrucker festgenommen

In der Nacht auf Donnerstag kam ein 20-jähriger Afghane bei einer Messerattacke in Wörgl ums Leben. Nun sind die Ermittler einen vermutlich entscheidenden Schritt weiter.

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Ein 20-Jähriger kam in der Nacht auf 22. August in der Innsbrucker Straße in Wörgl ums Leben.
© APA/ZOOM.TIROL

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Wer hat am Mittwoch kurz vor Mitternacht einen Afghanen (20) in Wörgl erstochen? Eine Frage, die Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes, am Freitag noch nicht beantworten konnte. Dennoch geht der LKA-Chef davon aus, dass die Gewalttat bald geklärt sein dürfte. Das liegt auch am ersten – vermutlich vorentscheidenden – Ermittlungserfolg. Die Beamten konnten am Donnerstag nicht nur die ersten drei Verdächtigen identifizieren, sondern einen davon auch festnehmen: „Dabei handelt es sich um einen 19-jährigen Österreicher aus Innsbruck“, bestätigt Pupp. Einen „waschechten“ Tiroler. Der zweite Verdächtige ist ein 20-jähriger Russe, der dritte ein 21-Jähriger mit ungeklärter Staatsbürgerschaft. Beide Männer sind noch flüchtig und auf der Fahndungsliste. Die Polizei konnte mittlerweile auch eines der beiden Fluchtfahrzeuge in Innsbruck sicherstellen. Dabei handelt es sich um einen silberfarbenen VW-Golf. Das zweite Fluchtauto – ein roter Golf – war bislang unauffindbar.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir alle Tatbeteiligten in absehbarer Zeit erwischen werden.“ Walter Pupp (LKA-Leiter
© Thomas Boehm / TT

Das gilt auch für die sieben weiteren – noch nicht identifizierten – Verdächtigen, die an der Wörgler Gewalttat beteiligt waren. Wie berichtet, sind das Mordopfer und zwei weitere Afghanen in der Innsbrucker Straße in eine Auseinandersetzung mit den zehn Männern geraten. Der 20-Jährige wurde dabei mit einem Messer attackiert – eine tödliche Stichwunde in der Brust war die Folge.

Wer den Mord zu verantworten hat, ist noch unklar. Beim verhafteten Innsbrucker gehen die Ermittler derzeit lediglich davon aus, dass er dabei war. Und vermutlich eines der beiden Fluchtautos lenkte.

Das Motiv und die Hintergründe des Gewaltverbrechens sind derzeit noch offen. Die beiden Landsleute des Opfers konnten bei den Einvernahmen noch keine schlüssigen Erklärungen liefern. Laut Polizeibericht sind die bisherigen „Aussagen widersprüchlich“.

Übrigens: Das Klappmesser, das von Polizisten in der Nähe des Tatortes in der Innsbrucker Straße sichergestellt wurde, ist nicht die Mordwaffe. Die war bislang unauffindbar.


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