Rettungsschiff „Mare Jonio“ in Italien konfisziert

Die italienische Polizei hat am Dienstag das Rettungsschiff „Mare Jonio“ konfisziert, das sich vor der Insel Lampedusa befindet. Dies berichtete das italienische Innenministerium in einer Pressemitteilung. Dagegen protestiert die Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans, die Betreiberin des Schiffes.

Die Crew berichtete, das Schiff sei am Montag mit offizieller Genehmigung der Küstenwache in Italiens Hochheitsgewässer eingefahren. Jetzt werfe man ihr vor, die Gesetze verletzt zu haben. „Das ist die letzte Rache derjenigen, die Menschlichkeit nicht dulden“, hieß es in Anspielung auf den scheidenden Innenminister Matteo Salvini, der für die „Mare Jonio“ ein Ablandeverbot unterzeichnet hatte.

Die 31 Asylsuchenden an Bord der „Mare Jonio“, die fünf Tage lang darauf gewartet hatten, in einen Hafen einfahren zu können, konnten am Montag an Land gehen. Die Küstenwache beschloss, aus „hygienischen Gründen“ die Menschen von Bord zu übernehmen, erklärte die Hilfsorganisation am Montag. Das Schiff hatte tagelang unweit der Insel Lampedusa auf die Einfahrt in einen Hafen gewartet. 67 Personen, darunter Frauen und Kinder, durften schon dort das Schiff verlassen.

Auch das deutsche Rettungsschiff „Eleonore“ mit 104 Migranten an Bord traf am Montag im Hafen der sizilianischen Stadt Pozzallo ein. Das Schiff wurde beschlagnahmt, teilte das Innenministerium in Rom am Montag mit. Die Migranten durften eine Woche nach ihrer Rettung im Mittelmeer in Italien an Land gehen. Am Dienstag wurde ein 18-Jähriger aus dem Sudan wegen mutmaßlicher Schlepperei festgenommen. Migranten der „Eleonore“ hatten ihn als einen der Schlepper identifiziert, teilte die italienische Polizei mit.

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Für die geretteten Flüchtlinge der „Eleonore“ gibt es aber einen Hoffnungsschimmer. Fünf EU-Staaten - Deutschland, Frankreich, Irland, Portugal und Luxemburg - nehmen die 104 Migranten auf, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstag. Die Kommission hatte die Lösung in den vergangenen Tagen koordiniert. Nun organisiere man die Verteilung der Migranten von Italien aus, sagte die Sprecherin.


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