Massentourismus ade: Abenteuerreise als Trend gegen Urlauberströme

Griechenland und Italien waren auch heuer die Lieblingsreiseziele der Österreicher. Dem Massentourismus wurde dennoch auszuweichen versucht.

Die Österreicher versuchen verstärkt, den Massentourismus zu umschiffen.
© iStock Editorial

Wien –Nur wenige Airline-Streiks, kaum Naturkatas­trophen und auch die Sicherheitslage in Urlaubsregionen in der Nähe von Krisenregionen zeigte sich im heurigen Sommer stabil. Österreichs größter Tourismuskonzern, die Verkehrsbüro Group, zu dem die Ruefa-Reisebüros gehören, zog gestern eine positive Bilanz über das bisherige Tourismusjahr und machte einige neue Trends im Urlaubsverhalten der Österreicher aus.

Lieblingsreiseziele: Nichts geändert hat sich im Sommer 2019 an den beliebtesten Reisezielen der Österreicher. Gut 20 Prozent am Umsatz des Reisekonzerns machten Reisen von Österreichern nach Griechenland aus. Dahinter folgen wie im vergangenen Jahr die Urlaubsländer Spanien und Italien. Einen deutlichen Zuwachs von 43,7 Prozent zum Jahr 2018 hatten Reisen in die Türkei, die damit Ägypten wieder eingeholt haben. Wie im Vorjahr liegen die USA an fünfter Stelle der Beliebtheit bei den Österreichern. Damit sind die Vereinigten Staaten zugleich das meistgebuchte Fernreiseziel der Österreicher. Kroatien, an sechster Stelle, hat in der Gunst etwas an Boden verloren (-14,7 Prozent). „Wir glauben, das liegt am Preisthema“, sagte Ruefa-Geschäftsführer Walter Krahl.

Frühbucher und Last-Minute: Viele Österreicher wussten bereits sehr früh im Jahr, wohin es in den Sommerferien gehen soll. „Heuer gab es eine starke Zunahme der Frühbucher“, sagte Krahl. Zugleich seien aber auch die kurzfristigen Buchungen gestiegen. „Wir nehmen an, dass das an der gestiegenen Zahl der Low-Cost-Angebote ab Wien liegt.“ Im Unterschied zum Vorjahr waren heuer deshalb gewisse Destinationen nicht voll ausgebucht. Hingegen kam es anderswo zum Ansturm der Touristen.

Overtourism: „Wegen des Überangebots durch die Low Cost Carrier ab Wien war unter anderem Mallorca von Donnerstag bis Sonntag überfüllt“, meint man bei Ruefa. Massentourismus auf der Baleareninsel, in Venedig, Barcelona, Santorin oder Dubrovnik, habe das Reiseverhalten der Österreicher etwas verändert. Der Trend weg vom „Mainstream-Urlaub“ hin zu unbekannteren Destinationen, wo Abenteuer, Baden und Kultur vereint werden sollen, werde immer stärker. Die Österreicher würden zudem öfter das Hotel wechseln, um mehr zu sehen, und häufiger Kleingruppenreisen mit Reiseleiter buchen. Auch bei Kreuzfahrten werden Expeditionskreuzfahrten mit kleineren Schiffen von gleichem Komfort, aber mit weniger Rundumangebot beliebter.

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Winter: 94 Prozent der Reisen für das Jahr 2019 seien laut Krahl bereits gebucht. Ruefa rechnet mit einem stabilen Ergebnis zum vergangenen Rekordjahr 2018 mit einem Umsatz von 331,9 Mio. Euro. Die Top-Winterdestinationen 2019/20 führen, wie im Jahr 2018, die Malediven an, die ein Plus von 15,7 Prozent verzeichnen, gefolgt von Thailand, das im Vergleich zu 2018 einen Zuwachs von 17,1 Prozent erfährt. (ecke)


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