Spaltensturz auf Wildspitze: 50-Jähriger erlag Verletzungen

Nach einer stundenlangen Rettungsaktion bei Schneefall, Nebel und Wind wurden drei Alpinisten am Freitagabend aus einer Gletscherspalte am Taschachferner geborgen. Einer von ihnen verstarb in der Nacht in der Innsbrucker Klinik.

Rund 60 Bergretter waren am Einsatz beteiligt.
© Zeitungsfoto.at

St. Leonhard im Pitztal – Jener schwerverletzte 50-jährige Bergsteiger, der nach einem Sturz in eine Gletscherspalte auf der Wildspitze nach einer stundenlangen Rettungsaktion am Freitagabend geborgen und in die Innsbrucker Klinik gebracht worden war, ist in der Nacht auf Samstag verstorben. Das teilte die Polizei in einer Aussendung mit. Der Mann und zwei weitere Bergsteiger waren in die Spalte im Bereich des Taschachferners auf etwa 3650 Metern Seehöhe nördlich der Wildspitze gestürzt. Der 50-Jährige war dabei schwer, seine zwei Kameraden leicht verletzt worden.

Der Notruf bei der Leitstelle Tirol ging am Freitag um kurz nach 14 Uhr ein. Abgesetzt hatten ihn zwei weitere Mitglieder der fünfköpfigen Alpinistengruppe aus Deutschland. Die beiden hatten sich bereits vor dem Aufstieg zum Gipfel vom Rest der Gruppe getrennt und waren in der Breslauer Hütte eingekehrt. Dort erreichte sie der Hilferuf der verunglückten Bergkameraden – vermutlich via SMS. Sie waren beim Abstieg von der Wildspitze in eine Gletscherspalte gestürzt. Die Alpinisten alarmierten die Leitstelle. Später hatten die Leitstellen-Mitarbeiter auch direkten Telefonkontakt mit den Unfallopfern.

Schwieriger Einsatz für die Bergretter.
© ZOOM.TIROL

Rettung bei Schnee und Nebel

Rund 60 Bergretter waren an der stundenlangen, dramatischen Rettungsaktion beteiligt. Im Einsatz standen auch zwei Notarzthubschrauber und ein Polizeihelikopter. Insgesamt wurden elf Bergrettungsstellen im Ötztal, Pitztal und in Imst alarmiert. Die widrigen Wetterverhältnisse – Wind, Schnee und Nebel – machten es für die Hubschrauber unmöglich, die Helfer direkt an den Unglücksort knapp unterhalb des Gipfels zu fliegen. So wurden die Retter auf 2800 Metern Seehöhe abgesetzt. Zu Fuß machten sie sich dann auf den Weg in Richtung Unglücksstelle, die sie laut Polizei gegen 17.20 Uhr erreichten. Eine knappe Stunde später waren alle drei Verunglückten geborgen, um 18.30 Uhr begann der beschwerliche Abtransport der Verletzten mit Gebirgstragen über den Pitztaler Gletscher in Richtung Mittelbergjoch. Von dort wurden die Verletzten letztlich mit der Stollenbahn ins Tal gebracht, wo die Rettungsdienster bereitstanden.

Der Weg zum Gipfel der Wildspitze gilt bis auf den Gipfelanstieg als nicht schwierig, führt aber über spaltenreiches Terrain. Eine dieser Spalten ist der Bergsteiger-Gruppe zum Verhängnis geworden. (np, thm, TT.com)

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