Renault Clio: Von der Muse geküsst
Der neue Renault Clio zeigt, wie viel Qualität in einem Kleinwagen stecken kann. Aussehen, Antrieb, Multimedia und Extras – ein Erfolg auf ganzer Linie kündigt sich an.
Von Gregor Zoller
Völs –Clio ist in der griechischen Mythologie die Muse der Geschichtsschreibung und der Heldendichtung. Trifft sich gut, dass sie gleichzeitig Namensgeberin des populären Kleinwagens aus dem Hause Renault ist, denn was die Franzosen mit der fünften Generation des Clio präsentieren, kann getrost als heldenhaft eingestuft werden:
Von einer neuen Plattform für bessere Stabilitätseigenschaften über sparsame, aber gleichzeitig spritzige Motoren bis hin zu einem wahrlich gelungenen modernen Design innen wie außen und einer in dieser Klasse unerwarteten Qualitätsanmutung handelt also unser heutiges Heldenlied wohl von einer der automobilen Überraschungen des Jahres.
Die neue CMF-B-Plattform der Allianz zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi, auf der der neue Clio aufsetzt, ermöglicht dank leichterer Bauweise und besserer Aerodynamik am Unterboden eine Optimierung der Verbrauchswerte des kleinen Franzosen. Zudem wurde an der Isolierung gearbeitet, was einen merklich gestiegenen Akustikkomfort mit sich bringt.
In der Regel wird sich der Clio-Käufer über all diese Dinge kaum Gedanken machen. Was jedoch sofort auffällt, ist die erstaunlich überzeugende Qualität, die sowohl im Innenraum in puncto verwendete Materialien als auch in sämtlichen Designdetails und gleichzeitig im Multimediaangebot des Clio vorherrscht. Hartplastik à la Kleinwagen der 2000er-Jahre? Fehlanzeige. Klappern bereits nach wenigen Kilometern? Ebenso kein Thema. Und komplizierte, nicht benutzerfreundliche Bedienung von Infotainment und Steuerelementen? Mitnichten.
Aber zurück zum Innenraum: Kunstlederverkleidung am Armaturenbrett, angenehme, ergonomische Sitze und ein – wie Renault selbst schreibt – „fahrerorientiertes Cockpit“, also sämtliche Bedienelemente in Richtung des Fahrers ausgerichtet – all das trägt zu einem angenehmen Fahrerlebnis bei.
In Zeiten von Smartphones und Smart Homes darf natürlich das Automobil nicht weniger smart sein. Daher wartet der neue Clio mit dem Multimediasystem Renault Easy Link auf. Zusammen mit dem 9,3-Zoll-Hochkant-Touchscreen-Monitor (das sind 23,6 Zentimeter) und soliden Konnektivitätsfeatures ist das Angebot in jedem Fall zeitgemäß und liegt in der Bedienung subjektiv sogar im Spitzenfeld der aktuell getesteten Modelle dieser Klasse. Toucheingaben werden verzögerungsfrei in die Tat umgesetzt, das Handling braucht keinerlei Erklärung – gut so.
Die TT testete bei spätsommerlichem Wetter das Topmodell des neuen Clio, die Edition Initiale Paris, mit dem 115-PS-Turbodiesel-Motor Blue dCi mit gesenkten Stickoxid-Emissionen dank speziellem Abgasreinigungsverfahren. Dieses 4-Zylinder-Aggregat ermöglicht flotte Touren über die Landstraße, läuft ruhig und steckt dabei im Verbrauch so manchen Downsizing-Kollegen mit drei Zylindern in die Tasche.
Den Einstiegs-Clio gibt es ab 12.490, die getestete Top-Version Initiale Paris startet bei 25.790 Euro. Alternativ stehen drei Benziner zwischen 75 und 130 PS, zudem ein weiterer Diesel mit 85 PS und ab 2020 dann ein Hybrider zur Wahl.
Scheint also, als hätte der Clio im fünften Leben sein bestes Ich hervorgekehrt – ganz im Sinne seines Urahns, des Renault 5.
Die Technik
Motor: 4-Zylinder-Diesel
Hubraum: 1461 ccm
Drehmoment: 260 Nm bei 2000 U/min
Leistung: 85 kW/115 PS
L/B/H: 4050/1798/1440 mm
Gewicht: 1277/1702 kg
Kofferraumvolumen: 366 l
Tankinhalt: 39 l
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
0–100 km/h: 9,9 Sekunden
Verbrauch: 3,7 l/100 Kilometer
Kraftübertragung: Frontantrieb
Preis: ab 25.790 Euro
CO2-Emission: 97 g/km
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