Bürgermeister wurde zum Ehrenbürger von See
Anton Mallaun wurde die Ehrenbürgerschaft seiner Gemeinde See verliehen. Der Dorfchef ist dort seit über 30 Jahren im Amt.
Von Matthias Reichle
See –Seit 1989 hat Tirol vier Landeshauptleute, Österreich vier Bundespräsidenten und neun Bundeskanzler erlebt – in der kleinen Paznauner Tourismusgemeinde See hingegen setzt man auf Kontinuität. Anton Mallaun, am 3. April 1989 zum Dorfchef gewählt, übt dieses Amt seither ohne Unterbrechung aus. 11.119 Tage lang, wie der Galtürer Bürgermeister und Landtagsvizepräsident Toni Mattle bei einer Würdigung seines Kollegen vorrechnete.
Der Anlass: Der Gemeinderat von See hatte sich entschlossen, Mallaun gleichzeitig die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Das war nicht unumstritten – der Beschluss fiel deshalb auch nicht einstimmig aus. Dazu kommt, dass eine solche Würdigung – die höchste, die eine Gemeinde vergeben kann – bei einem amtierenden Bürgermeister ganz allgemein eher ungewöhnlich ist, wie die TT nach dem Beschluss berichtet hatte. Vieles sei an Anton Mallaun ungewöhnlich, schmunzelte Vizebürgermeister Michael Zangerl, indem er auf den Artikel Bezug nahm. „Nicht nur die lange Amtszeit, auch das Amtsverständnis.“ Und dass das Gemeindeoberhaupt selbst nach dreißigeinhalb Jahren keine Spur der Amtsmüdigkeit zeige. „Er gehört zu den längstdienenden Bürgermeistern in Tirol.“ Zangerl wusste dabei auch einige Anekdoten über den für seine Sparsamkeit berühmten Mallaun zu erzählen. So verzichtet er weitgehend auf Gemeindearbeiter. „Ich brauche keinen, damit der einen Elektriker anruft, wenn die Straßenlaterne kaputt ist, das mach’ ich selber“, soll der Bürgermeister einmal gesagt haben. Der Blumenschmuck der Gemeinde werde von ihm und seiner Frau Martha betreut, die auch seine Termine koordiniert. Mallaun ist seit dem 16. März 1986 in der Gemeindepolitik tätig, damals als Vizebürgermeister.
Zur Feier hatte Zangerl einige Videobotschaften organisiert – von Landeshauptmann Günther Platter, Bezirkshauptmann Markus Maaß und – zur Überraschung von so manchem – von ÖVP-Chef Sebastian Kurz. „So eine große Feier hätte ich gar nicht verdient“, so Mallaun. „Danke an alle, die es ermöglicht haben, dass ich in den letzten 30 Jahren mein einziges Hobby ausüben konnte“, bemerkte der pensionierte Bäckermeister verschmitzt.
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