Zillertal und Tauferer Ahrntal: Grenzen überwunden, in Traditionen verbunden

Über 800 Zillertaler nahmen am achten Freundschaftstreffen mit dem Tauferer Ahrntal am Wochenende in Südtirol teil.

Auf einem Feld am Ortsrand von Sand in Taufers mit der imposanten Burg Taufers als Kulisse (links) fanden Festmesse und Festakt statt. Zahlreiche Musikkapellen, Schützenkompanien und Vereine aus den Tälern nahmen anschließend am Umzug teil.
© Gemeinde Sand in Taufers

Sand in Taufers –Jahrhunderte reicht die gemeinsame Geschichte zurück. Vieh wurde über Jöcher getrieben, Waren wurden gehandelt und ab der Teilung Tirols vor 100 Jahren auch geschmuggelt. Der eine oder die andere fand auf der gegenüberliegenden Seite der Berge einen Partner fürs Leben. Das Zillertal in Tirol und das Tauferer Ahrntal in Südtirol sind historisch eng verbunden, teilen viele Traditionen.

Zum achten Mal fand am vergangenen Wochenende ein Freundschaftstreffen zwischen den Talschaften statt. Über 800 Zillertaler – von Schützenkompanien, Musikkapellen und den Bergrettungen bis hin zu Bürgermeistern und Gemeindevertretern – waren nach Sand in Taufers und in die umliegenden Gemeinden gereist. Etwa 400 von ihnen sind von Bärenbad über das Hundskehljoch in mehreren Stunden nach Südtirol gewandert. Der gesellige Teil am Samstagabend bestand aus Konzerten, Theatervorstellungen und Filmvorführungen in mehreren Vereinshäusern und Festzelten in beinahe allen Dörfern im ganzen Ahrn- und Tauferertal. Der offizielle Festakt startete Sonntagfrüh mit einem landesüblichen Empfang und einer Messe auf einem Feld am Ortsrand von Sand in Taufers.

LHStv. Josef Geisler, Südtirols LH Arno Kompatscher und die Bürgermeister aus dem Zillertal und Tauferer Ahrntal.
© Gemeinde Sand in Taufers

Es sei ein „Fest der Traditionen, der Freundschaft, des Überwindens von Grenzen“, sagte Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler in seiner Ansprache. „100 Jahre nachdem eine Unrechtsgrenze gezogen wurde“, würden die Hunderten Teilnehmer ein „gewaltiges Zeichen für unsere gemeinsame Kultur und die gemeinsamen Traditionen setzen“, betonte Geisler. „Bekanntschaften werden gemacht, Freundschaften geknüpft, auf dass unsere Länder noch weiter zusammenrücken.“

„Die Trachten, die Fahnen und die Tradition“ erkannte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher als einende Elemente. „Es sind Traditionen, die auch heute noch verbinden“, auch wenn 100 Jahre und der Faschismus zwischen heute und der Teilung Tirols lägen. „Hier sind die Menschen zusammen, die zusammengehören. Wir gehören zusammen“, meinte Kompatscher. Er appellierte an die Bürgermeister, die Treffen auch in Zukunft fortzuführen und „die Gemeinschaft zu feiern“.

Für Stefano Mariucci, Vizebürgermeister der Gemeinde Sand in Taufers, sei die Freundschaft der drei Täler in Nord- und Südtirol ein „Herzensanliegen. Es ist eine Verbindung, welche die Zillertaler Alpen überwindet. Fernab von allen geographischen und politischen Grenzen.“ Abgerundet wurden die Feierlichkeiten mit einem großen Umzug durch den Ort.

Erstmals zusammengekommen sind Vertreter der Täler zu Beginn der 1980er-Jahre auf Initiative einiger Bürgermeister aus dem Ziller-, Ahrn- und Tauferertal. Anfangs alle zwei Jahre abgehalten, findet das Freundschaftstreffen inzwischen im Fünf-Jahres-Rhythmus statt – abwechselnd im Zillertal und in Südtirol. (bfk)


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