Fast alle Österreicher besitzen ein Handy, Telefonieren ist aber „out“

Nur zwei Prozent der Österreicher können laut einer aktuellen Studie auf das Smartphone verzichten. Der Trend geht zu „Tippen statt Telefonieren“: 52 Prozent ihr Handy überwiegend für schriftliche Kommunikation.

Wer nur noch auf sein Smartphone starrt und von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, wird "Smombie" genannt. Das Kofferwort aus den Begriffen "Smartphone" und "Zombie" wurde 2015 zum Jugendwort des Jahres gewählt.
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Wien — Das Handy hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Heute besitzen neun von zehn Österreichern ein Smartphone, das ein Drittel der Nutzer auch immer im Blickfeld hat, um keine Neuigkeit zu verpassen. Zu diesen Ergebnissen kam die 20. Social Impact Studie von A1, die am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt wurde.

„Das Handy ist ein ständiger Begleiter und die Kommunikationszentrale der Österreicher", sagte Marcus Grausam, CEO von A1. Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut GfK wurden Juni und Juli rund 1000 Handynutzer aller Altersklassen in Onlineinterviews zu ihrem Nutzungsverhalten und dem neuen Mobilfunknetz 5G befragt.

Zwei Prozent können nicht ohne Smartphone

Demnach könnten nur zwei Prozent laut eigenen Angaben auf das Smartphone verzichten. „Die Nutzung der Services und Funktionen hat weiter zugelegt", sagte Rudolf Bretschneider vom Gfk-Institut. Auf den Smartphones installiert sind im Durchschnitt 30 verschiedene Apps, von denen rund elf aktiv und oft genutzt werden. Darunter befinden sich auch zwei kostenpflichtige Programme, für die ein durchschnittlicher Österreicher rund 40 Euro im Jahr ausgibt.

Ein beobachtbarer Trend geht in Richtung „Tippen statt Telefonieren". Demnach nutzen 52 Prozent ihr Handy überwiegend für schriftliche Kommunikation. Bei den bis 24-Jährigen sind das sogar 72 Prozent. „Speziell die junge Generation lässt das Handy nie aus den Augen", sagte Grausam. 57 Prozent der bis 24-Jährigen wollen keine Neuigkeit verpassen.

Dabei sind die Befragten nicht immer auf das neuste Modell aus. Rund 40 Prozent wären bereit, sich ein sogenanntes Refurbished-Handy, also ein Gerät, das generalüberholt wurde, zu kaufen. Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei 29 Prozent. Gebrauchte Handys kommen für 26 Prozent (2015: 17 Prozent) infrage.

Telefonieren selbst gehört nicht zu den Top 3-Services, die mit dem Smartphone erledigt werden. „Fotos oder Videos schicken" (86 Prozent) wurde in der Umfrage meistgenannt, gefolgt von „Kommunikations- bzw. Nachrichtendienste" (84 Prozent) sowie „Internet surfen" (82 Prozent). Den größten Anstieg im Jahresvergleich von 2018 vs. 2019 verzeichnete Videotelefonie (von 29 auf 35 Prozent). Mittlerweile könnte sich auch knapp die Hälfte aller Befragten vorstellen, dass das Handy zum persönlichen Ausweis wird. (APA)


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