Ehemalige Vorgesetzte des deutschen Patientenmörders angeklagt

Fünf ehemalige Chefs des deutschen Patientenmörders müssen sich wegen Totschlags durch Unterlassen vor Gericht verantworten.

Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. versteckt sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. (Archivaufnahme)
© APA/dpa/Carmen Jaspersen

Oldenburg – Wegen Totschlags durch Unterlassen hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg fünf einstige Vorgesetzte des deutschen Patientenmörders Niels H. angeklagt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Die Führungskräfte im Oldenburger Klinikum sollen dem Krankenpfleger ein gutes Zeugnis ausgestellt haben, obwohl es eindeutige Hinweise auf seine Taten gegeben habe.

H. war Anfang Juni vom Landgericht Oldenburg wegen Mordes in 85 Fällen verurteilt worden. In 15 Fällen wurde der 42-Jährige aus Mangel an Beweisen freigesprochen. In einer bundesweit einmaligen Mordserie zwischen 2000 und 2005 hatte er Patienten auf Intensivstationen in Oldenburg und Delmenhorst umgebracht. Zunächst hatte die Nordwest-Zeitung über die Anklage gegen die früheren Kollegen von Högel berichtet.

Der Patientenmörder hält an der Revision gegen das Urteil aus dem Juni fest. Solange die Revision läuft, ist das Urteil gegen ihn nicht rechtskräftig, und er kann auch nicht als Zeuge in anderen Prozessen zu seinem Fall aussagen. (APA, dpa)


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