Letzte Chance auf Wahlkarte: Wann, wo, wie kann ich wählen?

Wer darf wählen und muss man überhaupt? Wann, wo und wie kann ich meine Stimme abgeben? Ein Überblick über die häufig gestellten Fragen zur Nationalratswahl und die Antworten darauf:

In Tirol treten neun Parteien an. Um 17 Uhr schließen die letzten Wahllokale, bald danach gibt es erste Prognosen.
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Was wählen wir eigentlich am 29. September?

183 Abgeordnete, die in den nächsten fünf Jahren im Nationalrat Gesetze erarbeiten, beschließen oder ändern und die Regierung mit Anfragen oder Untersuchungsausschüssen kontrollieren können. Die Parteien, die am Stimmzettel zur Wahl stehen, nominieren sie auf den vor der Wahl festgelegten Listen.

Wer darf wählen?

Bei der Nationalratswahl darf jeder Staatsbürger wählen, der spätestens am Wahltag 16 Jahre alt wird — das sind mehr als 6,4 Millionen. Einzige Ausnahme: Der Richter kann rechtskräftig Verurteilten das Stimmrecht entziehen, wenn sie wegen einer Vorsatztat mehr als fünf Jahre Freiheitsstrafe bzw. mindestens ein Jahr wegen eines gegen den Staat gerichteten Deliktes ausgefasst haben.

Wen kann ich wählen?

Acht Parteien in ganz Österreich: ÖVP; SPÖ, FPÖ, NEOS, Liste Jetzt, Grüne, KPÖ, Wandel. Außerdem können Tiroler und Vorarlberger „Jede Stimme GILT" wählen, Burgenländer die Christliche Partei Österreichs (CPÖ), Kärntner die Allianz der Patrioten (BZÖ), Oberösterreicher die Sozialistische LinksPartei (SLP) und die Wiener die Bierpartei (BIER).

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Muss ich wählen gehen?

Nein. Seit 1992 besteht nirgends mehr Wahlpflicht für die Nationalratwahl.

Wie finde ich mein Wahllokal? Und die Öffnungszeiten?

Wenn Sie in einer Gemeinde mit mehr als 1000 Einwohnern leben auf der Amtlichen Wahlinformation, die Mitte September per Post ins Haus gekommen ist. In kleineren Orten gibt es einen Aushang im Gemeindeamt. Auch im Internet kann man sein Wahllokal suchen: Entweder auf der Homepage der jeweiligen Gemeinde — oder auf der des Innenministeriums.

Wo kann ich wählen?

Seit Einführung der Briefwahl überall — aber nur mit einer Wahlkarte. Ohne eine solche geht es nur am 29. September in „Ihrem" Wahllokal am Wohnort. Mit Wahlkarte können Sie die Stimme schon vorher abgeben, per Post (die Briefkästen werden in ganz Österreich am Samstag ab 9 Uhr geleert und die Wahlkarten zu den Bezirkswahlbehörden gebracht), aber auch bei den aufgedruckten Bezirkswahlbehörden — oder am 29. September zu Hause im Bett, wenn Sie gehunfähig sind und eine „fliegende Wahlbehörde" beantragt haben.

Am Sonntag nehmen außerdem Wahllokale Wahlkarten entgegen. Zugeklebt und mit Unterschrift am Kuvert gelten sie als Briefwahl — und können in allen Wahllokalen Österreichs entweder selbst oder von einem anderen abgegeben werden. Ohne Unterschrift und offen kann man die Wahlkarte gegen einen Stimmzettel eintauschen und diesen ganz traditionell in die Urne werfen — aber nur in den eigens dafür eingerichteten Wahllokalen. In jeder Gemeinde muss es mindestens ein solches Wahlkarten-Wahllokal geben.

Wie komme ich zu einer Wahlkarte?

Die Frist zur schriftlichen Beantragung einer Wahlkarte ist am 25. September verstrichen. Noch bis zum heutigen Freitag (27. September), 12 Uhr, können Wahlkarten direkt am Gemeindeamt bzw. Magistrat abgeholt werden — persönlich oder von einem Bevollmächtigten. (APA, TT.com)


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