Nach Erfolg im Herbst: Zusatztermine für „Vincent will Meer“ in Imst

Das Imster Theaterforum Humiste begeisterte vergangenen Herbst mit einer österreichischen Erstaufführung. Im Jänner gibt es nun mehrere Zusatztermine.

Alex (Mathias Wilhelm), Vincent (Peter Mair) und Marie (Stefanie Bauer) sind auf der Flucht (v.l.) in Richtung Süden.
© Dorn

Imst — Die deutsche Tragikomödie „Vincent will Meer" wurde 2010 als äußerst erfolgreicher Film gefeiert. Dass das Roadmovie durchaus auch in einer Bühnenfassung funktioniert, bewies nun Regisseur Christian Reiter auf der Bühne Imst-Mitte.

Mit der richtigen Balance zwischen Humor und Drama wird die Geschichte von Vincent erzählt. Der junge Mann ist am Tourette-Syndrom erkrankt. Diese Nervenkrankheit macht sich durch unkontrollierbare heftige Bewegungen und ungewollte verbale Ausrufe bemerkbar. Als auch noch Vincents Mutter stirbt, steckt ihn sein Vater in ein Sanatorium. Gemeinsam mit der magersüchtigen Marie und dem Zwangsneurotiker Alexander klaut Vincent den Wagen von Dr. Rose, um die Asche seiner Mutter ans Meer zu bringen. Dort wollte sie zeitlebens noch einmal hin. Peter Mair spielt Vincent mit präziser Nuancierung. Man versteht, dass Tourette den eigentlich lebenshungrigen, klugen Vincent massiv blockiert.

Infos und Spieltermine

Regie: Christian Reiter. DarstellerInnen: Stefanie Bauer, Martin Flür, Helmuth Maier, Peter Mair, Andrea Reich und Mathias Wilhelm

Nach dem großen Erfolg im Herbst gibt es Zusatztermine am 3., 4., 5., 10. und 11. Jänner.

Am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr.

Reservierungen unter www.humiste.at

„Man weiß nicht, wo du aufhörst und dein Tourette anfängt", sagt dagegen Alex, der ständig irgendwas putzen muss und in seinen sterilen Handschuhen gern in fremden Sachen kramt. Mathias Wilhelm lässt den Zwangsneurotiker sich langsam weiterentwickeln und ihn von seinem Zwang Abstand nehmen. Großartig auch Stefanie Bauer in der Rolle der Marie, welche die Magersucht und all die Schliche, die die Krankheit mit sich bringt, realistisch spielt.

Dr. Rose, Andrea Reich als einfühlsame Therapeutin, und Vincents Vater, Martin Flür als Politiker im Wahlkampfmodus, der zunächst nur den Eigennutzen sieht, sind die Verfolger. Kurze Spots erzählen Flucht und Verfolgung und bringen durch rapiden Szenenwechsel jenes Tempo, das ein Roadmovie überzeugend macht.

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Alles in allem ist „Vincent will Meer" eine äußerst gelungene Tragikomödie des Theaterforums, die man nur wärmstens empfehlen kann. (ado)


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