Überweisungen mit Alexa, Siri und Co.? Junge Bankkunden skeptisch

Anstatt sich rein auf digitale Angebote zu verlassen, suchen junge Kunden auch stark den persönlichen Kontakt zu ihrer Bank. Das ergab eine Umfrage.

Symbolfoto.
© dpa

Wien — Digitale Sprachassistenten wie Alexa, Siri & Co stehen bei jungen Bankkunden offenbar nicht hoch im Kurs. Knapp 80 Prozent wollen mit solchen Hilfsmitteln keine Überweisungen durchführen. Auch Roboadvisor werden zu knapp 80 Prozent abgelehnt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Erwartung an das Banking der Zukunft" des Unternehmensberaters Eurogroup Advisors Consulting (EGC) am Dienstag.

Befragt wurden im Rahmen der Studie im ersten Halbjahr 1000 Österreicher im Alter von 16 bis 38 Jahren. Bei der Auswertung wurde in Kunden der Generation Z (16 bis 24 Jahre) und Generation Y (25 bis 38 Jahre) unterteilt.

Junge Kunden suchen persönlichen Kontakt

Anstatt sich rein auf digitale Angebote zu verlassen, würden die jungen Kunden auch stark den persönlichen Kontakt zu ihrer Bank suchen. „Gerade junge Kunden sind unerfahren und unsicher in Finanzfragen und wollen beraten werden. Im Banking haben sie Angst, etwas falsch zu machen bzw. falsche Entscheidungen zu treffen", sagte Günther Seyer, Geschäftsführer der Unternehmensberatung EGC Österreich, laut Aussendung am Dienstag.

Zwar sähen sich rund 40 Prozent der 16 bis 24-jährigen als digitale Kunden, jeweils 30 Prozent würden sich jedoch als hybride oder persönliche Kunden verstehen. Insgesamt 60 Prozent erledigen ihre Bankgeschäfte also immer wieder gerne auch in einer Filiale, hieß es in der Studie. Bei den 25 bis 38-jährigen sähen sich 45 Prozent der Befragten als digitale Kunden, 35 Prozent als hybride Kunden und 20 Prozent als persönliche Kunden.

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Wichtig sei jungen Kunden außerdem, dass die Erledigung ihrer Bankgeschäfte einfach und schnell gehe. Für 60 Prozent der Befragten fördere die Einfachheit und Klarheit der Produkte das Vertrauen in die Bank, geht aus der Studie hervor.

Ausdrücklicher Wunsch nach persönlicher Beratung

Auch der österreichische Bankenverband kommt in einer am Dienstag veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass sich junge Bankkunden trotz der Nutzung digitaler Bankprodukte keine persönliche Beratung mehr wünschen. 69 Prozent der Befragten haben der Umfrage zufolge ausdrücklich den Wunsch nach persönlicher Beratung geäußert.

„Wir sehen darin einen klaren Auftrag, im Rahmen der Digitalisierung der Bankenwelt weiterhin auf das Multi-Kanal-Angebot, das viele Aktienbanken in Österreich verfolgen, zu setzen", sagte Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbands. Es gehe darum, eine für die Kunden sinnvolle Kombination aus analogen und digitalen Angeboten zu finden.

Der Bankenverband hat im ersten Halbjahr 2019 gemeinsam mit der BAWAG P.S.K. 1029 Personen aus Österreich im Alter zwischen 18 und 29 Jahren online über das Marktforschungsunternehmen marketmind befragt. (APA)


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