Kosovo-Wahl - Drei Parteien sehen sich als Sieger

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Nach Schließung der Wahllokale im Kosovo haben sich die drei größten Parteien jeweils als Sieger der Parlamentswahl gesehen. Funktionäre der regierenden Demokratischen Partei des Kosovos (PDK), der oppositionellen liberalkonservativen Demokratischen Liga des Kosovos (LDK) und der oppositionellen Linkspartei „Vetevendosje“ erklärten am Sonntagabend, ihre jeweilige Partei liege in Führung.

Sie beriefen sich auf die von den eigenen Beisitzern in den Wahllokalen zusammengetragenen Daten sowie auf nicht-öffentliche Wahltagsbefragungen. Keiner der Parteienvertreter machte konkrete Angaben über die Stimmverhältnisse. Eine Exit-Poll des TV-Senders RTK prognostizierte hingegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der LDK und „Vetevendosje“ („Selbstbestimmung“) mit jeweils rund 30 Prozent. Demnach lag die PDK mit etwa 22,3 Prozent auf Platz drei.

Mit Teilergebnissen der Zentralen Wahlkommission wurde für den späten Sonntagabend gerechnet. Beobachter gingen davon aus, dass sich PDK, LDK und Vetevendosje ein knappes Rennen liefern würden. Meinungsumfragen hatte es keine gegeben.

Die Wahl wurde erforderlich, weil der seit 2017 amtierende Regierungschef Ramush Haradinaj im Juli zurückgetreten war. Er musste sich einer Befragung durch das Kosovo-Sondergericht in Den Haag unterziehen. Der ehemalige regionale Kommandant der Aufstandsmiliz UCK sieht sich mit Vorwürfen wegen Kriegsverbrechen in den 1990er Jahren konfrontiert.

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Die Regierung hatte die Unterstützung einer Koalition aus PDK, aus Haradinajs AAK (Allianz für die Zukunft des Kosovos) und einer kleineren Partei. Alle diese Kräfte waren aus der UCK hervorgegangen. Zuletzt hatten sie sich zerstritten. Die Bevölkerung war mit der als ineffizient und korrupt empfundenen Verwaltung unzufrieden.


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