Ski-Industrie hofft auf Peking 2022

Der Weltcupauftakt kurbelt die Skiverkäufe an. Die Hälfte der produzierten Ski geht in Verleih.

Die Piste ist rennfertig, der Zielbereich wird gerade vorbereitet und der Himmel über Sölden sollte bis Sonntag wolkenfrei bleiben.
© gepa pranter

Von Stefan Eckerieder

Sölden –Der alpine Skiweltcup-Auftakt in Sölden am kommenden Wochenende ist auch für die Ski-Industrie das erste Highlight der Saison. Nach der langen Sommerpause fiebern die Ski-Fans dem ersten Weltcuprennen entgegen. Dementsprechend groß ist das Publikumsinteresse. „Der Weltcup-Auftakt ist eines der besten Events im Jahr. Man sieht Bilder, die Gusto aufs Skifahren machen, und das ist auch gut für uns“, sagt Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer, der auch Sprecher der österreichischen Ski-Industrie ist.

Mit den Bildern der bereits im Oktober perfekt beschneiten Pisten wird alljährlich der für die Branche wichtige österreichische Skimarkt wieder in Gang gebracht. Von den jährlich weltweit rund 3,2 Millionen produzierten Paar Ski werden rund 13 Prozent in Österreich verkauft. Zwar gehen davon mittlerweile rund 50 Prozent in den Verleih (2009 waren es noch rund 25 Prozent), der heimische Markt ist laut Mayrhofer dennoch ein „interessanter“. „Der Verleih nimmt zwar zu, viele Einheimische kaufen ihre Ski aber lieber. Sie kennen den Markt und wollen gute Produkte.“ Technische Entwicklungen wie leichtere Ski, angepasste Innenschuhe, neue Helme und der anhaltende Trend zum Tourenskifahren hätten laut Mayrhofer trotz der steigenden Zahl der Verleihski die Umsätze angekurbelt.

Dennoch sucht die Industrie nach Wachstumspotenzial und hat es in Form der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking bereits gefunden. „Peking ist sicher ein Driver. In China sperren jedes Jahr 10 bis 15 Skigebiete mit den besten Seilbahnen aus Österreich auf“, sagt Mayrhofer. Es wird geschätzt, dass es in China aktuell drei bis vier Millionen Skifahrer gibt. Das Potenzial ist wesentlich größer. Bis zu 500 Millionen Chinesen werden als wohlhabend angesehen, könnten sich somit Skiurlaube leisten. Ankurbeln sollen das unter anderem österreichische Skilehrer, die dort – ausgestattet mit österreichischer Ausrüstung – ihr Know-how weitergeben sollen.

Rückenwind kommt auch von chinesischen Investoren. „Die Chinesen investieren kräftig“, sagt der Atomic-Chef, dessen Skifirma seit März 2019 zur chinesischen Anta Sport-Gruppe gehört. „Die Chinesen sind die Antriebsfeder für den Skisport in der Asien-Pazifik-Region.“


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