Urteil im Prozess gegen Pflegerin in Linz erwartet

Im Mordversuchs-Prozess gegen eine Pflegerin in Linz haben sich am frühen Nachmittag die Geschworenen zur Beratung zurückgezogen. Sie müssen entscheiden, ob die Rumänin auf den 83-jährigen Mann ihrer Klientin mehrfach eingestochen habe, um diesen vorsätzlich zu töten, oder wollte sie ihn nur absichtlich schwer verletzen. Zusätzlich gilt auch die Frage nach Notwehr zu beantworten.

„Die Hauptfrage nach dem Mordversuch ist mit Ja zu beantworten, die Zusatzfrage nach der Notwehr mit Nein“, gab der Staatsanwalt den Geschworenen zur Beratung mit. Denn, dass die Angeklagte nur einmal zugestochen habe, wie sie vor Gericht zugab und für die restlichen Stich- und Schnittwunden keine Erklärung wusste, sei für ihn nur „eine Schutzbehauptung“. Vielmehr habe die 22-Jährige hinterrücks auf den Pensionisten eingestochen. Die Notwehr könne daher nur „erfunden“ sein.

Dass der Pensionist überlebt habe, sei laut Ankläger nur Zufall gewesen: „Wäre das Opfer tatsächlich gestorben, würde man am Mord nicht zweifeln, aber zum Glück hat er überlebt“, sagte er in seinem Abschlussplädoyer. Daher sah er auch die Voraussetzung für eine absichtlich schwere Körperverletzung nicht gegeben. Nachdem die Angeklagte, kein „reumütiges Geständnis“ - ein entscheidender Milderungsgrund - abgelegt habe, wollte er eine hohe Strafe.

Der Verteidiger hingegen meinte, „wir wissen nicht, was am 22. Februar passiert ist“. Das mutmaßliche Opfer gab sehr wohl bei seiner Zeugenaussage an, mit der Pflegerin am Boden gerangelt zu haben. Sie habe ihn „auch abgewehrt“, zitierte er nochmals dessen Aussage. Eine Notwehr sei daher nicht auszuschließen. Sollte seine Mandantin die Situation falsch eingeschätzt und zugestochen haben, sei dies „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Mordversuch“. „Ich hatte nicht die Absicht auf ihn einzustechen, habe es aber getan“, meinte die Angeklagte zum Abschluss.

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