„KUNSTprojekt digitale EINSAMkeit“: In digitaler Vernetzung doch allein

Osttiroler Schüler zeigen künstlerisch, dass sie Einsamkeit kennen und wie trügerisch die allumgebende digitale Welt ist.ckt.

Natalie, Monika, Nadine, Nadine, Cäcilia, Hannah und Carolin (v. l.)
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz –Die Internetgeneration hat zugleich Kontakt zum Sitznachbarn und in die ganze Welt, Jugendliche sind über ihr Smartphone Tag und Nacht online. Kann man da noch einsam sein? „Und wie!“, sagt Natalie, und ihre Augen lassen Betroffenheit erkennen. „Erst recht heute!“ Natalie besucht mit sechs Kolleginnen den Aufbaulehrgang mit Matura der Dominikanerinnen in Lienz. Mit Schülern aus dem Gymnasium, aus der Handelsakademie und aus der Neba-Produktionsschule haben die jungen Damen künstlerische Beiträge für die Ausstellung „KUNSTprojekt digitale EINSAMkeit“ gestaltet, die übermorgen um 10 Uhr im Kreuzgang des Franziskanerklosters eröffnet wird. Zu sehen sind die Werke dort bis 19. Dezember täglich von 8 bis 17 Uhr.

Die digitale Welt schläft nicht, sie ist reißerisch, voll verlockender Angebote und giert jederzeit nach Aufmerksamkeit. „Da sind Schattenseiten, die man nicht auf den ersten Blick erkennt“, macht Cäcilia deutlich. Mit ihrer Sitznachbarin Hannah hat sie eine Fotocollage geschaffen, um anhand der Bilder den Widerspruch aufzudecken, dass man zwar im Internet als „beste Freunde“ gelten kann, sich im realen Leben aber eigentlich gar nicht kennt. Natalie und Nadine entlarven den trügerischen Schein der digitalen Welt, indem sie um das englische Wort für „glücklich“ lauter negative Gefühle gruppiert haben – die jedoch erst durch ein spezielles Licht sichtbar werden. Carolin, Nadine und Monika schufen ein meterbreites Faltbuch, das aus zwei unterschiedlichen Blickrichtungen zwei Motive zum Thema zeigt. Katharina aus der Produktionsschule gestaltete einen Bildschirm um, während Stefan meint: „Ohne Handy keine Freunde.“

Katharina, Stefan und Jonas (v. l.)
© Christoph Blassnig

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