Wahl des neuen britischen Parlamentspräsidenten begonnen

Das britische Unterhaus hat am Montagnachmittag mit dem Auswahlverfahren für seinen neuen Präsidenten begonnen. Sieben Abgeordnete haben sich um die Nachfolge von John Bercow als „Speaker of the House of Commons“ beworben, der sein Amt vergangene Woche niedergelegt hatte. Zwei davon sind in der ersten Wahlrunde gescheitert. Nur 562 der 650 Abgeordneten gaben ihre Stimme ab.

Keiner der Kandidaten konnte die notwendige Mehrheit der abgegeben Stimmen erreichen. Den Vorsitz führte Alterspräsident Ken Clarke.

Als Favorit galt der Labour-Abgeordnete Lindsay Hoyle, bisher Vize-Sprecher. Er erhielt im ersten Wahlgang 211 Stimmen. Für die konservative Abgeordnete Eleanor Laing stimmten 113 Abgeordnete. Weiter im Rennen sind auch die dienstälteste Abgeordnete, Harriet Harman, von der Labour Party, sowie die Labour-Abgeordneten Chris Bryant und Rosie Winterton. Nicht gereicht hatte es für Meg Hillier von Labour und den konservativen Brexit-Hardliner Edward Leigh.

Mit dem Ergebnis der zweiten Runde wird erst gegen 19.00 Uhr gerechnet. Sollte keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten, muss weiter abgestimmt werden. Bei jeder Runde fliegt jeweils der Letztplatzierte raus. Auch alle Kandidaten, die weniger als fünf Prozent der Stimmen erhalten, dürfen nicht mehr teilnehmen.

Der Sieger wird traditionell von seinen Kollegen zum Stuhl des Speakers gezerrt - eine Tradition aus früheren Jahrhunderten, als der Unterhauspräsident nicht selten in der Auseinandersetzung mit der Krone auf dem Schafott landete.


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