„Wahlen sind in Gefahr“: Angst vor Fake-News-“Tsunami“ in den USA

Kommendes Jahr wird in den USA gewählt. Die Angst vor „Fake News“ ist groß. Aktivisten schlagen nun Alarm: Die bisherigen Maßnahmen von Facebook gegen die Verbreitung von Falschinformationen seien „weitgehend fehlgeschlagen“.

US-Präsident Donald Trump hat den Begriff "Fake News" salonfähig gemacht.
© AFP

Washington, Menlo Park — Ein Jahr vor den US-Wahlen wird Facebook nach Angaben von Online-Aktivisten von einem „Tsunami" an Falschinformationen über die US-Politik überschwemmt. Die bisherigen Maßnahmen des Konzerns gegen die Verbreitung solcher manipulativer Botschaften in seinen Netzwerken seien „weitgehend fehlgeschlagen", erklärte die Nichtregierungsorganisation Avaaz am Mittwoch unter Berufung auf eine eigene Analyse.

„Die Wahlen 2020 sind in Gefahr", schlugen die Aktivisten Alarm. Ohne „sofortiges und entschiedenes" Handeln drohe die nächste US-Präsidentschaftswahl - wie schon jene von 2016 - erneut „schwer von Falschinformation beeinträchtigt" zu werden.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
© AFP

Aktivisten fordern Mitteilung an betroffene User

Die auf Kampagnen zu sozialen Themen spezialisierte Organisation hat nach eigenen Angaben die Verbreitung der 100 populärsten politischen Falschnachrichten auf Facebook in den vergangenen zehn Monaten untersucht. Demnach wurden diese Pseudo-Nachrichten insgesamt mehr als 158 Millionen Mal angeschaut.

Als Gegenmaßnahme schlug Avaaz unter anderem vor, Facebook und andere Betreiber von Online-Netzwerken sollten die Empfänger solcher Botschaften darüber informieren, dass sie der Adressat „viraler Lügen" geworden seien.

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Seit der US-Wahl 2016 stehen die großen Online-Netzwerke unter erheblichem Druck, gegen die massive Verbreitung von inhaltlich falschen sowie manipulativen politischen Botschaften vorzugehen. Laut Erkenntnissen der US-Geheimdienste wurde damals von Russland aus eine intensive Manipulationskampagne zugunsten des späteren Wahlsiegers Donald Trump geführt, für die auch die Online-Netzwerke eingesetzt wurden.

Facebook hat seither eine Reihe von Maßnahmen gegen die Verbreitung von Falschinformationen ergriffen. Nach Angaben des Konzerns arbeiten 40 Teams daran, derartige Inhalte von den Plattformen zu entfernen. Erst kürzlich hatte Facebook nach eigenen Angaben eine neue getarnte russische Kampagne auf seinen Plattformen entdeckt und gestoppt, die auf politische Einflussnahme in den USA abzielte. (APA/AFP)


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