Zustieg in ein unbekanntes Land: Fünf Fragen an Kletterer Kilian Fischhuber

Der bislang erfolgreichste Boulder-Kletterer, Kilian Fischhuber, hat sich ein neues Problem gesucht – und gelöst. Der Wahl-Innsbrucker zeigt auf der Alpinmesse seinen Vortrag „Terra Incognita“ über Klettern im sibirischen Hinterland.

Kilian Fischhuber - Kletterer (36).
© Red Bull COntent Pool

1. Nach den sportlichen Erfolgen in der Halle suchen Sie das Weite – und auch das Extreme?

Mein Augenmerk liegt nicht auf dem Extremen, sondern auf entfernten Gebieten, wo wenig Leute sind. Nach so vielen Jahren der Kletterei ist es mir zu wenig, in Spanien oder Frankreich zu einem Felsen zu gehen und raufzuklettern. Das wird mir zu langweilig.

2. Wie sind Sie auf dieses entlegene Gebiet im Osten Sibiriens gestoßen?

Durch Zufall bin ich auf Sergey Karpukhin aufmerksam geworden, der hat die Region vor ein paar Jahren entdeckt. Mit ihm als Führer sind wir als kleines Team dort hingewandert. Vor uns waren dort vielleicht ingesamt drei, vier Leute, zum Klettern überhaupt noch niemand.

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3. Im Vortrag werden Sie von extremen Anstrengungen beim „Zustieg“ berichten. Was ist passiert?

Vorher konnte uns unser Führer nicht sagen, ob es einen oder vier Tage dauern wird. Ganz sicher war auch nicht, ob wir Wasser am Weg finden und uns Bären über den Weg laufen.

4. Gewehr als Schutz haben sich aber keines gebraucht.

Nein, es ging alles gut. Jeder von uns hat 30 kg Gepäck 35 km weit getragen. Das hat drei Tage gedauert. Wenn man nur klettern will, zahlt sich das sicher nicht aus. Aber als Abenteuer war es das wert.

5. Sie sind bislang unbekannte Felstürme geklettert. Wird es Nachahmer geben?

Das sind Landschaftswunder, die jetzt der Weltöffentlichkeit bekannt werden. Früher oder später, da bin ich mir sicher, werden dort Hollywood-Filme gedreht.

Das Interview führte Matthias Christler


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