Arm trotz Arbeit: Rund 300.000 Menschen in Österreich betroffen

Laut Arbeiterkammer ist die Produktivität in den letzten 20 Jahren doppelt so stark gestiegen wie die Jobkosten. Die Beschäftigte im Tourismus sind am unzufriedensten mit ihrer Arbeit.

(Symbolfoto)
© PantherMedia / Jozef Sedmak

Wien – Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich )AK), fordert mehr Respekt für die Beschäftigten ein. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die wahren Leistungsträger in unserer Gesellschaft“, so Kalliauer im Vorwort zum aktuellen Arbeitsklimaindex der AK OÖ.

Die Produktivität sei in den vergangenen zwanzig Jahren doppelt so stark gestiegen wie die von den Unternehmern bezahlten Arbeitskosten. Das heiße, die Früchte der Arbeit sind ungleich verteilt, weil die Eigentümerder Unternehmen überproportional von den Leistungen der Beschäftigten profitieren würden.

Laut dem heute veröffentlichten Arbeitsklima-Index leben sieben Prozent der Beschäftigten in Österreich in Armut – das sind fast 300.000 Arbeitnehmer. Frauen sind davon doppelt so oft betroffen wie Männer. Überproportional oft trifft es auch Junge, Personen mit maximal Pflichtschulabschluss, Langzeitarbeitslose und Migranten. Wien sticht hier besonders heraus, hier kommen 18 Prozent nicht mit ihrem Einkommen aus.

Leiharbeiter besonders betroffen

Auffällig sei auch, dass 43 Prozent jener, die nicht vom Lohn leben können, mindestens 36 Wochenstunden arbeiten, so die AK. Dies treffe vor allem Frauen im Tourismus, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen. Einen besonders hohen Wert weisen auch Leiharbeiter auf, hier würden 27 Prozent nicht mit dem Verdienten auskommen.

Die Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihren Job hat sich laut dem Arbeitsklima-Index bei dem Durchschnittswert der vergangenen 20 Jahre eingependelt - nach einem Einbruch im Frühjahr. Nach Branchen betrachtet ist die Zufriedenheit im Tourismus am niedrigsten, in der Industrie und im Unterrichtswesen am höchsten. (APA)


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