Die Zeit wird knapp für Fortbestand der Achenseebahn

LHStv. Josef Geisler engagiert sich für eine gemeinsame Betriebsführung von Achensee- und Zillertalbahn. Die Uhr tickt – für die Bahn und Vorstand Fuchshuber.

Die Fahrsaison für die Achenseebahn ist seit Ende Oktober vorbei, aber im Hintergrund wird es immer hektischer.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Wenig Begeisterung gab es in der Vorwoche im Aufsichtsrat der Zillertalbahn, als es um künftige Agenden bei der Achenseebahn ging. „Man hat mir mitgeteilt, dass daraus nichts wird“, sagte BM Josef Hausberger als Aufsichtsrat der Achenseebahn enttäuscht von dieser Nachricht. Vorsichtig gibt sich aber Franz Hörl, der Aufsichtsratsvorsitzende der Zillertalbahn AG. „Wir haben diesen Punkt von der Tagesordnung abgesetzt und vertagt. Ich möchte aber klar festhalten, dass die Türen nicht zugeschlagen sind“, betont er im Gespräch mit der TT. Sicherlich sei die Umrüstung der Zillertalbahn auf Wasserstoffantrieb eine große Herausforderung. Man überlege sogar, für das Projekt Wasserstoff die Hilfe eines Infrastruktur-Koordinators zuzukaufen, da es an freien Kapazitäten fehle. Die Achenseebahn als Nebentätigkeit zu führen, habe Mitarbeiter der Zillertalbahn verunsichert, stellt er fest. Das sei der Grund für eine negative Stimmung gewesen. „Vielleicht haben wir das zu blauäugig gesehen“, sagt Hörl.

„Das hat ein bisschen für Verwirrung gesorgt, da manchen Aufsichtsräten wohl die nötige Information gefehlt hat. Auch die Angst, dass Schulden übernommen werden müssten, hat da mitgeschwungen“, betonte gestern LHStv. Josef Geisler, der sich eindeutig zum Fortbestand der Achenseebahn bekennt. „Synergien sind zu nutzen. Wir schauen uns das genau an. Aber die Zeit ist knapp. Schließlich geht es um die Streckensanierung zwischen Eben und Seespitz“, setzt Geisler nach. Energisch fordert er Gespräche mit dem ehemaligen Bahnvorstand Bernhard Marchi ein, um nach jahrelangen Gerichtsverhandlungen zu einem außergerichtlichen Vergleich zu kommen.

„Am Freitag gibt es die Aufsichtsratssitzung der Achenseebahn. Und da werden der Vorstandsbereich und der Prozess Themen sein“, verrät Christian Kittl, der Aufsichtsratsvorsitzende der Achenseebahn. Dass man mit Vorstand Georg Fuchshuber den Vertrag nicht verlängern wolle, sei bei der Jahreshauptversammlung mit geänderten Mehrheiten zugunsten der Gemeinden eindeutig feststellbar gewesen. Aber Mehrheiten hätten auch Verpflichtungen, betont Kittl.

In den vergangenen Monaten halfen der Bahn mit Rat und Tat die Profis Heino Seeger von der Tegernsee-Bahn und der Salzburger Gunter Mackinger. Ihr Engagement endet aber bald.


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