Schauspielstar mit väterlichen Sorgen

Ab Donnerstag läuft das Familiendrama „My Zoe“ im Kino. Für Daniel Brühl ein Anlass, über die Beziehung zu seinem Sohn zu sprechen.

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Berlin –Julie Delpys Drama „My Zoe“ hat im September beim 44. Toronto International Film Festival Weltpremiere gefeiert. Die deutsche Koproduktion mit Daniel Brühl in der Rolle eines Kinderwunsch-Arztes sorgte beim kanadischen Publikum für große Begeisterung. Das Familiendrama, das ab Donnerstag auch in den heimischen Kinos zu sehen ist, handelt von Isabelle (Julie Delpy), einer Frau, die wegen ihrer Scheidung von ihrem Mann James (Richard Armitage) eine schwere Zeit durchlebt. Der Genetikerin gelingt es jedoch, im Beruf wieder Fuß zu fassen und sich neu zu verlieben. Der Sorgerechtsstreit um Tochter Zoe (Sophia Ally) allerdings zermürbt die junge Mutter. Schließlich droht eine Tragödie die ohnehin schon kaputte Familie endgültig zu zerstören: Die kleine Zoe erleidet eine Hirnblutung.

Schauspielstar Daniel Brühl nimmt in diesem Film nicht nur eine zentrale Rolle ein, sondern er hat den Film auch mit seiner Firma „Amusement Park“ koproduziert. Das Drehbuch habe ihn von Anfang an unheimlich berührt, verrät er in einem Interview. Er sagt: „Es kommt nie vor, dass ich heule beim Lesen eines Drehbuchs, aber bei dem Stoff war das so.“ Brühl, der kurz nach der Lektüre des Drehbuchs Vater wurde, erzählt davon, dass ihm beim Lesen bewusst wurde, wie schmerzhaft der Verlust eines Kindes sein muss. Sehr offen sagt er: „Der ultimative Albtraum ist ja, das eigene Kind zu verlieren. Das kann ich, da mein Sohn schon drei Jahre alt ist, komplett nachvollziehen. Die Verlustängste oder die Angst davor, dass etwas passieren könnte, lassen auch nicht nach. Die werden immer stärker. Da kann man tatsächlich darüber wahnsinnig werden.“

Daniel Brühl erklärt, dass er sich sehr bemühen würde, so viel Zeit wie möglich mit seinem Kind zu verbringen. Außerdem sei er davon überzeugt, dass eine funktionierende Partnerschaft ein entscheidender Faktor für eine positive emotionale Entwicklung eines Kindes sei. Wie viele berufstätige Eltern fragt sich aber auch Schauspielstar Daniel Brühl, ob er wohl oft genug für seinen Sohn da ist. Er gesteht: „Das haut dann schon rein, wenn man bei bestimmten Momenten nicht dabei sein kann, wenn etwas Wichtiges passiert im Leben des Sohnes.“ Brühl tut es leid, dass er sein Kind wegen seiner vielen beruflichen Reisen nicht Tag für Tag begleiten kann. Manchmal kann er nur telefonisch mit seinem Sohn in Kontakt sein. Brühl bedauert das sehr und sagt: „Der Kleine fängt einen Schwimmkurs an. Das ist ein Riesenschritt für ihn und da wäre man einfach gerne dabei, dann geht es aber nicht.“ Der deutsch-spanische Schauspieler erzählt, dass sich seit der Geburt seines Sohnes seine Prioritäten gänzlich verschoben hätten. Er erklärt: „Irgendwann wird der Beruf, der mal so das Tollste war, auch das Reisen und die ganzen Abenteuer, die das mit sich bringt ... das ist dann plötzlich gar nicht mehr so spitze.“ (dpa, TT)

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