Die Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel braucht mehr Platz

Eine Umfrage der Wirtschaftskammer soll den Bedarf an Gewerbeflächen und Mitarbeiterwohnungen im Bezirk Kitzbühel erheben.

WKO-Bezirksobmann Klaus Lackner (r.) und WKO-Tirol-Präsident Christop­h Walser bei der Pressekonferenz gestern in Kitzbühel.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kitzbühel –„Die Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel läuft sehr gut, das Jahr 2019 war positiv. Die Grundlage für den Erfolg ist sicher, dass bei uns über 90 Prozent der Unternehmen KMU sind“, sagte WKO-Kitzbühel-Obmann Klaus Lackner im Rahmen einer Pressekonferenz in Kitzbühel. Auch sei die Beschäftigungslage so gut wie noch nie, es gebe über 28.000 Beschäftigte im Bezirk. Laut Lackner ein Rekord. Doch es ist nicht alles eitel Wonne. „Durch den Fachkräftemangel müssen Firmen im Bezirk schon Umsatzeinbußen hinnehmen“, schildert Lackner.

Diesem Facharbeitermangel entgegenzuwirken sei eines der Kernthemen der kommenden Jahre. Bei der Pressekonferenz präsentierten Lackner und der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Christoph Walser, eine Studie, welche die Bezirke Österreichs vergleicht. Darin liegt der Bezirk Kitzbühel mit Platz 49 im Mittelfeld. In den Bereichen Arbeitsmarkt und Lebensqualität ist die Platzierung besser, aber bei Innovation zum Beispiel ist es sogar nur Platz 59. „Wir wollen aber genau hier in Zukunft den Hebel ansetzen, bei der Innovation“, sagt Lackner.

Weitere wichtige Themen für die Wirtschaftstreibenden im Bezirk sind auch der Verkehr, Gewerbeflächen, Mitarbeiterwohnungen und die Wohnsituation im Allgemeinen im Bezirk. Hier will die Wirtschaftskammer nun genaue Zahlen erheben, es soll der Bedarf an Gewerbeflächen und Mitarbeiterwohnungen erhoben werden. Vor allem für Tourismusbetriebe seien die Mitarbeiterwohnungen in der Saison wichtig. Auch in Sachen leistbarer Wohnraum soll sich etwas bewegen.

Hier bringt WKO-Präsident Christoph Walser die Vertragsraumordnung ins Spiel. Er ist Bürgermeister der Gemeinde Thaur und hier habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Eine solche Vertragsraumordnung gibt es aber in den meisten Gemeinden des Bezirks bereits. Es sei aber laut Walser dennoch möglich, Flächen für Wohnraum und Mitarbeiterwohnungen zu finden. Er ist überzeugt, dass es gute gesetzliche Regelungen gebe, diese von den Bürgermeistern nur umgesetzt werden müssten. „Ich sehe bei der Raumordnung die Bürgermeister in der Pflicht“, sagt Walser. Er spricht sich aber auch klar gegen Rückwidmungen aus. Das sei ein massiver Eingriff in das Eigentum. Widmungsänderungen etwa bei Betrieben, die aufgelassen werden, kann er sich allerdings schon vorstellen. Damit könnte verhindert werden, dass diese an Investoren für Wohnungen verkauft werden.

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Wenig abgewinnen kann der WKO-Präsident Investorenmodellen bei Hotelprojekten. „Wir haben nichts gegen ausländische Investoren. Aber die können in das Unternehmen investieren, nicht in einzelne Wohnungen“, sagt Walser. So sollten Investitionsmodelle, bei denen die Käufer ein Appartement kaufen und dann vermieten, nicht mehr zulässig sein.


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