Adidas verlagert „Speedfactories“ aus Bayern und Atlanta nach Asien

Adidas verlagert die erst vor wenigen Jahren gestartete hochautomatisierte Produktion von Turnschuhen aus Deutschland und den USA nach Asien.

(Symbolfoto)
© REUTERS/Michaela Rehle

Herzogenaurach/Ansbach/Atlanta (Georgia) – Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas gibt seine auf die hochautomatisierte Produktion von Turnschuhen spezialisierten „Speedfactories“ im deutschen Ansbach bei Nürnberg (Bayern) und in der US-Südstaatenmetropole Atlanta (Georgia) auf. Stattdessen solle die Technologie ab Ende dieses Jahres bei zwei Zulieferbetrieben in Asien eingesetzt werden, teilte Adidas am Montag mit.

Die Produktion in den beiden Fertigungsstätten in Ansbach und Atlanta werde „bis spätestens April 2020 eingestellt“.

Die „Speedfactories“ sollen die schnellere und individuell besser an Kundenwünsche angepasste Herstellung von Sportschuhen ermöglichen. So wurden etwa auf ein Ereignis bezogene Kleinserien gefertigt - Fußballschuhe ausschließlich zu einer Weltmeisterschaft oder zum Super-Bowl-Finale beim American Football. 2018 hatte die Adidas für die Idee der Speed-Factory noch den Deutschen Innovationspreis gewonnen.

Produktionskapazitäten besser nutzen

Vor gerade einmal rund drei Jahren hatte Adidas die Hightech-Produktionsstätten noch als Möglichkeit dafür gepriesen, die Schuhfertigung enger an die Kunden und ihre persönliche Wünsche heranzuholen – und gleichzeitig zu zeigen, dass Arbeitsplätze in der Produktion auch in Länder mit vergleichsweise hohen Löhnen zurückkehren können.

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Als Grund für die Verlagerung nach Asien gab das Unternehmen nun an, dass sich Adidas davon eine „bessere Ausnutzung bestehender Produktionskapazitäten und mehr Flexibilität in der Produktgestaltung“ verspreche. Die „Speedfactories“ hätten „wesentlich dazu beigetragen, unsere Fertigungsinnovation und -fähigkeit zu fördern“, erklärte Vorstandsmitglied Martin Shankland. Durch diese Erkenntnisse und den Einsatz der Technik in den Zulieferbetrieben könne Adidas nun „Produktionskapazitäten flexibler und wirtschaftlicher nutzen“ und gleichzeitig das Sortiment an Produkten mit kurzer Fertigungszeit schneller ausweiten.

In den beiden „Speedfactories“ wurden etwa eine Millionen Paar Turnschuhe pro Jahr produziert, insgesamt sind es bei Adidas 400 Millionen. Die Folgen für die rund 160 Arbeitsplätze in Ansbach waren am Montag zunächst unklar.

Das Werk wird ebenso wie die „Speedfactory“ in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia von der Firma Oechsler betrieben. „Auch wenn wir die Beweggründe von Adidas verstehen, die Speedfactory-Produktion bei Oechsler einzustellen, bedauern wir diese Entscheidung sehr“, erklärte Oechsler-Vorstandschef Claudius Kozlik. „Gleichzeitig freuen wir uns darauf, im Bereich des 4D-Drucks von Sohlen weiterhin eng und vertrauensvoll mit Adidas zusammen zu arbeiten.“ (APA/AFP/dpa)


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