Birnbaumfällung in Schwaz ruft Umweltanwalt auf den Plan

Das Naturdenkmal Birnbaumallee in Schwaz ist um einen weiteren Baum ärmer. Die Landesumweltanwaltschaft übt scharfe Kritik.

Eine Allee sieht anders aus als das, was nach mehreren Bauprojekten von der unter Schutz stehenden Birnbaumallee nun übrig ist.
© Dähling

Von Angela Dähling

Schwaz –„Der Baum war krank“ – mit diesem Totschlagargument wurde in Schwaz schon so manch umstrittene Baumfällung vollzogen. Mit dem jüngsten Fall beschäftigte sich der Naturschutzbeauftragte der Landesumweltanwaltschaft, die Parteistellung hatte, intensiv. Er lehnte im September den Antrag ab, einen Birnbaum der als Naturdenkmal eingestuften Baumallee in der Dr.-Theodor-Körner-Straße im Zuge eines Bauprojektes vom Denkmalschutz zu befreien. Der Baum wurde allerdings inzwischen gefällt, obwohl der Denkmalschutz aufrecht blieb. Und zwar aufgrund der am 16. Oktober rechtskräftig gewordenen Bewilligung durch die BH – basierend auf der Stellungnahme des Baumwarts der Stadtgemeinde, dem der Baum „nicht mehr erhaltenswert“ erschien. Die Landesumweltanwaltschaft hält fest, dass jedoch nicht befundet sei, dass von dem Baum eine akute Gefährdung ausgehe und dass er als Biotoptyp „Streuobstwiesen“ für die Landschaftsvielfalt und Tierwelt von Bedeutung und möglichst lange zu erhalten sei. Andernfalls sei eine Ersatzpflanzung mit gleicher Sorte und Stammdurchmesser von mindestens 20 cm nötig. Die Bäume, die bisher nachgepflanzt wurden, haben ca. 6 cm Stammdurchmesser.

Im Schreiben der Landesumweltanwaltschaft werden auch die vergangenen Baumfällungen in der Allee kritisiert. „So ging der größere Teil der Baumreihe auf der Straßensüdseite aufgrund ‚Gefahr in Verzug‘ verloren, nachdem die Stadt Schwaz vor wenigen Jahren die Verantwortung für die Allee übernommen hat“, heißt es darin. Kritisiert wird auch, dass die Stadt sich offenbar um die Pflege der Naturdenkmäler nicht ausreichend kümmere und eine langfristig gesunde Entwicklung der Bäume behindert wurde. „Nicht korrekt“ sei zudem, dass ein Stadtbediensteter als Sachverständiger beauftragt wurde.

© Dähling

Laut Benjamin Hotter von der Naturschutzabteilung der BH hätten die Baupläne den Erhalt des Baumes vorgesehen. Den Befund des Baumwarts, dem er großes Bemühen um Baumerhaltung attestiert, habe er vom Sachverständigen seiner Behörde (Christian Lair) überprüfen lassen. „Es war schlüssig. Die Wurzeln des Baumes waren beschädigt, Wunden von unsachgemäßer Astentfernung und Pilzbefall wurden festgestellt.“ Daher die Fällung, gegen die es keine Beschwerde des Landesumweltanwalts gegeben habe. Eine Nachbepflanzung (ohne Stammgrößenbestimmung) habe laut Bescheid bis September 2020 zu erfolgen.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren


Schlagworte