Ausbildung am Campus Schwaz: Fixer Arbeitsplatz für Pflegekräfte

Wer sich am Campus in Schwaz beim neuen Lehrgang zur Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz ausbilden lässt, weiß schon am ersten Schultag, dass danach ein Arbeitsplatz bei der SeneCura wartet.

Direktor Sigfried Steidl, SeneCura-Chef Markus Schwarz und Gemeindeverbandsobmann des BKH Schwaz Franz Hauser (v. l.) sehen den Lehrgang in Schwaz als eine Chance gegen den Fachkräftemangel.
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Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Eine Ausbildung abzuschließen, bedeutet nicht, direkt einen passenden Job zu finden. Eine Garantie gibt es nicht. „Bei uns schon“, sagt Markus Schwarz von der Gesundheits- und Pflegeeinrichtung SeneCura.

Denn im Februar 2020 startet im Bildungszentrum für Pflegeberufe FHG Campus Schwaz beim Bezirkskrankenhaus ein neuer Lehrgang. Berufsbegleitend werden dort Interessierte zur Pflege­assistenz, Pflegefachassistenz oder Heimhilfe ausgebildet. „Den Absolventen garantieren wir dann einen Arbeitsplatz in einem unserer vier Sozialzentren in Kirchberg in Tirol, Achenkirch, Eben am Achensee oder Schwaz“, sagt Schwarz. Er schätzt aus Erfahrungswerten aus anderen Bundesländern, dass gut 60 Prozent der Absolventen das Jobangebot im Pflegeheim annehmen.

Die Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften ist in ganz Österreich rasant angestiegen. Laut Schwarz ringe man im gesamten Pflegesektur um gute Arbeitskräfte. „Es ist schwierig. Wir spüren diesen Mangel massiv“, sagt Manuela Gruber, SeneCura-Hausleiterin in Kirchberg. Dabei bringe der Job sehr viele Möglichkeiten und Flexibilität mit sich. Das bestätigt auch ihr­e Kollegin aus Achenkirch, Romana Pockstaller: „Viel­e unserer Mitarbeiterinnen kommen nach der Karenz zu uns zurück und da sind die Beschäftigungszeiten ganz individuel­l. Je nachdem, wie es geht. Die eine kann nur Nachtdienste machen, die andere kann nur an bestimmten Tagen in der Woche usw. Da ist alles möglich.“

Genau das ist es auch, was Maria Steibl, Geschäftsführerin der Tiroler Arbeitsmarktfördergesellschaft (AMG), an den Pflegeberufen besonders findet: „Sie sind so vielfältig. Es gibt so viele Möglichkeiten und es ist ein Job mit Sinnhaftigkeit.“ Vor allem Menschen, die erst auf dem zweiten Bildungsweg auf ihren Traumjob stoßen, seien für Pflegeberufe gut geeignet. Daher werden die Ausbildungskosten im Rahmen der Pflegestiftung der AMG Tirol vom Land finanziert. Die Existenzsicherung während der Ausbildung erfolgt zudem durch das Arbeitsmarktservice. „Der Bedarf an Fachkräften in der Pflege steigt immer mehr. Es zeigt sich aber auch, dass das Interesse im Bezirk Schwaz für Ausbildungen in diesem Bereich da ist“, sagt Andrea Schneider, AMS-Chefin in Schwaz.

Für Siegfried Steidl, Direktor des Bildungszentrums für Pflegeberufe in Schwaz, ist der neu eingeführte Lehrgang eine Bereicherung. Inhaltlich bleibe die Ausbildung zwar gleich, aber die Aussicht auf eine fixe Anstellung sei schon etwas Besonderes. Er will nicht von einem „Notstand“ in der Pflege sprechen, weiß aber schon um den steigenden Bedarf. Insgesamt können 36 Personen in einer Klasse pro Lehrgang ausgebildet werden. „Einige Bewerber gibt es schon“, sagt Steidl. Bei einem Infoabend am 3. Dezember von 17 bis 19 Uhr können sich Interessierte direkt im Bildungszentrum beim BKH Schwaz einen Eindruck vom Lehrgang verschaffen.

Für die Gemeinden ist die Ausbildung mit Arbeitsplatzgarantie ein Mehrwert, wie Franz Hauser (Obmann Gemeindeverband BKH Schwaz) erklärt: „Das belebt die Wirtschaft und unsere Infra­struktur in der Region. Und gerade die Pflegeberufe sind sehr familienfreundlich.“ Im BKH Schwaz sei von den 500 Pflegemitarbeitern die Hälfte nur zu 20 bis 30 Prozent angestellt. „Außerdem haben mit dem neuen Ausbildungsprogramm Arbeitssuchende aus der Region die Chance, einen Job in Wohnortnähe zu finden“, sagt Ebens BM Josef Hausberger.


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