Optimismus vor Wintersaison, Verkehr als Herausforderung

Rund 85 Prozent der Winterurlauber reisen mit dem Auto an. Buchungen für Weihnachten liegen bereits über dem Vorjahr.

Die österreichische Tourismusbranche hofft heuer auf ähnlich gute Schneebedingungen wie in der vorangegangenen Wintersaison.
© Bernd Ritschel

Wien –Nach dem schneereichen Winter im Vorjahr geben die Buchungen für Weihnachten 2019 den österreichischen Touristikern Grund zur Hoffnung, dass das gute Ergebnis des vergangenen Winters zumindest eingestellt werden kann. Die große Herausforderung sei es, die Gäste dazu zu bringen, mit der Bahn anzureisen.

Zwar erfreue sich der „Alpenexpress“ der ÖBB, der Gäste aus Deutschland und den Niederlanden komfortabel nach Österreich zum Skiurlaub bringt, großer Beliebtheit, dennoch reisen immer noch 85 Prozent mit dem Auto an. Beim Verkehr „kommen wir an unsere Grenzen“, räumte der Obmann der Seilbahnbranche, Franz Hörl, bei einem Pressegespräch ein. Die belastende Verkehrssituation sorge auch bei den Einheimischen für zunehmenden Unmut. „Das Thema Gepäck ist einer der Hauptgründe, warum es nicht funktioniert“, sagte Hörl. Skidepots sollen dazu beitragen, dass Gäste ohne Gepäck und zu Fuß zu den Talstationen gelangen und auf das Auto verzichten können. Zudem würden Gratisskibusverbindungen ausgeweitet. Viele Seilbahnunternehmen würden bereits mit erneuerbarer Energie arbeiten.

Für die kommende Wintersaison haben die Seilbahnbetriebe geschätzte 754 Mio. Euro investiert, knapp die Hälfte davon in Infrastruktur wie Pisten und neue Anlagen, den Rest in Beschneiungsmaßnahmen und deren technische Weiterentwicklung (150 Mio. Euro) sowie in die Digitalisierung. Die Seilbahnbranche mit ihren 17.000 Beschäftigten hat in der Saison 2017/18 rund 1,55 Mrd. Euro umgesetzt (+2,4 Prozent).

Die Skipasspreise würden heuer wieder im Ausmaß der Inflation steigen, sagte Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnen. Laut einer Umfrage der Österreich Werbung seien die Skipasspreise jedoch nur für 8 Prozent der Gäste ausschlaggebend für die Wahl des Urlaubsorts. Ganz oben stünden die Größe des Skigebiets und die Schneesicherheit.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Nach dem Zuwachs bei Ankünften (2,9 Prozent auf 20,4 Millionen) und Nächtigungen (1,5 Prozent auf 72,9 Millionen) in der vergangenen Wintersaison hofft Österreich-Werbung-Chefin Petra Stolba, das Ergebnis heuer zumindest halten zu können. „Aktuell ist die Auslastung für Weihnachten leicht positiver als im Vorjahr. Wir schauen der Saison durchaus mit Hoffnung entgegen, dass wir das Vorjahr erreichen.“ Österreichweit wurden laut der ÖW im vergangenen Winter rund 15 Mrd. Euro umgesetzt. Fast 40 Prozent der Nächtigungen kamen aus Deutschland. Zweitwichtigster Auslandsmarkt sind die Niederlande.

Mit 6,2 Millionen Gästen (+0,7 Prozent) und 27,5 Millionen Nächtigungen (-0,4 Prozent) blieb Tirol auch in der Wintersaison 2018/19 die bei Weitem wichtigste Winterurlaubsdestination in Österreich. (ecke)


Kommentieren


Schlagworte