Firmeninsolvenzen auf niedrigem Niveau stabil

Auch Privatinsolvenzen normalisieren sich. Heuer sind laut den Gläubigerschützern von Creditreform keine spektakulären Ausschläge zu erwarten.

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© Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Wien – Die Firmeninsolvenzen liegen nach neun Monaten auf den Niveau des Vorjahreszeitraums und auch bei den Privatinsolvenzen gibt es wieder eine Normalisierung, schreibt die Creditreform in einer Aussendung. Für das Gesamtjahr seien heuer ähnlich viele Firmeninsolvenzen wie 2018 zu erwarten, bei Privatinsolvenzen sei mit einem weiteren Rückgang auf ein „normales“ Maß zu rechnen.

Derzeit sei die Konjunktur noch robust, dank Vernetzung in den mittel- und osteuropäischen Ländern sei Österreich auch „nicht mehr auf Gedeih und Verderb der deutschen Wirtschaftsentwicklung ausgesetzt“, schreibt Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer. Er geht aber davon aus, dass die Zeiten sinkender Insolvenzen vorbei sein dürften.

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„Wie bei einem Tsunami“

Bei Privatinsolvenzen macht der Vergleich zu 2018 nur bedingt Sinn, da nach einer Gesetzesänderung Ende 2017 die Insolvenzen zuerst stark zurückgegangen und dann 2018 sprunghaft angestiegen sind. „Wie bei einem Tsunami zieht sich das Meer nach der Flutwelle wieder zurück“, so Weinhofer.

Nach Berechnung der Creditreform wurden 2019 in den ersten neun Monaten 2351 Firmeninsolvenzen eröffnet (plus 0,2 Prozent), 1.602 Verfahren wurden mangels Vermögen abgewiesen (plus 0,1 Prozent). Über 10.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Die Insolvenzpassiva lagen in Summe bei über 1,1 Milliarden Euro.

Die Insolvenzen von Privatpersonen sind um knapp sieben Prozent auf zirka 8200 Verfahren zurückgegangen. 7400 Verfahren wurden eröffnet (minus 6 Prozent), 809 Fälle mangels Vermögen zurückgewiesen (minus 12,6 Prozent).

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12 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig

Ein Bundesländer-Vergleich zeigt den stärksten Rückgang in Vorarlberg (minus 29,5 Prozent), gefolgt vom Burgen-land (minus 14 Prozent) und Tirol (minus 13 Prozent). Entgegen dem Österreichtrend sind die Insolvenzen in zwei Bundes-ländern angestiegen: in Salzburg (plus 4,2 Prozent) und in Wien (plus 1,6 Prozent). Mehr als ein Drittel aller Privatinsolvenzen findet in der Bundeshauptstadt statt, die auch Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen (2903 Fälle) wie auch bei der relativen Insolvenzbetroffenheit ist: mehr als 21 von 10.000 erwachsene Wiener mußten zum Insolvenzgericht. Österreichweit wurden hingegen zwölf von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.


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