Volksschule St. Anton verzichtet auf Plastikflaschen

Seit Kurzem trägt die Volksschule St. Anton das Prädikat „Gesunde Schule“. Man verzichtet dort auf Plastiktrinkflaschen und setzt auf Glas.

Fix am Platz: eine Glasflasche in der Textilhülle zum Wassertrinken auch während des Unterrichts.
© Reichle

Von Matthias Reichle

St. Anton – Keine Spur von „Saftln“ in PET-Flaschen, die danach im Müll landen – die Mistkübel in der Volksschule St. Anton bleiben weitgehend plastikmüllfrei. Am Platz eines jeden Schülers steht dafür eine individuell gestaltete Glasflasche – gefüllt mit Wasser. Auch das Pausenbrot wird nicht im Kunststoffsackerl, sondern in der wiederverwendbaren Dose mitgebracht.

Es ist ein Projekt, das die Direktorin Annelies Keim mit besonderem Stolz erfüllt – und das vermutlich auch der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg gefallen würde. Seit einem Jahr setzt die Bildungseinrichtung nämlich nicht nur auf Wassertrinken – auch für die Müllvermeidung und damit für den Klimaschutz wird einiges getan. Die Müllmenge hat sich dadurch reduziert.

„Jedes Jahr zu Schulbeginn spendiert die Gemeinde jedem Schüler eine Wasserflasche“, betont Keim. Bei 46 Kindern ist das keine Kleinigkeit – aber eine tolle Sache, wie die Lehrerin betont. Das Wasserbehältnis in der Textilhülle wird von jedem zudem individuell gestaltet. Und gezuckerter Eistee und Nutellabrote sind seitdem passé.

BM Helmut Mall, LR Bernhard Tilg und Direktorin Annelies Keim (v.l.) mit den Schülern bei der gesunden Jause.
© Reichle

Hintergrund ist das Prädikat „Gesunde Schule“, das die Bildungseinrichtung seit heuer tragen darf. Bildungslandesrat Bernhard Tilg machte sich gestern vor Ort ein Bild. In der Aula bereiteten Schüler gesunde Köstlichkeiten mit viel Rohkost, Apfelmus und Butterbroten zu. Einmal im Monat wird, seit Langem, gemeinsam gekocht. „Neu ist die tägliche gesunde Jause“, so Keim. Also jene, die die Schüler von daheim mitbringen. Denn es ist das Bewusstsein, das sich am stärksten verändert habe. Jeder Schüler hat einen Brief an die Eltern geschrieben und ihnen mitgeteilt, welche gesunden Lebensmittel er sich zur Stärkung wünscht – und das habe gefruchtet, erklärt die Schulleiterin.

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Hintergrund des Gütesiegels „Gesunde Schule“ sei es, den Kindern zu vermitteln, dass tägliche Bewegung und gesunde Ernährung wichtig sind. „Wir wollen Vorsorge und Prävention in alle Altersgruppen hineinbringen“, so Tilg. Tirolweit machen derzeit 53 Volksschulen mit, im Bezirk Landeck sind es sechs. „Kinder sind Multiplikatoren“, betont der Landesrat. „Es ist wichtig, den jungen Leuten mitzugeben, wie eine gute Zukunft ausschaut“, erklärte auch Bürgermeister Helmut Mall. Für die Schule sei es eine komplexe und anspruchsvolle Geschichte gewesen, den Maßnahmenkatalog des Landes umzusetzen, Dafür dankte er den engagierten Lehrern.


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