St. Johann schenkt den „braven“ Autofahrern ein Lächeln

Die 30-km/h-Zone soll erheblich erweitert werden. Doch statt auf Radar setzt die Marktgemeinde auf digitale Tafeln mit „Smileys“.

Das kurze Teilstück zwischen Raika und Billa in St. Johann wurde nun auch zur Begegnungszone.
© Michael Mader

Von Michael Mader

St. Johann i. T. –Wer in St. Johann als motorisierter Verkehrsteilnehmer „angelächelt“ wird, hat vermutlich alles richtig gemacht. Die Marktgemeinde setzt nämlich seit geraumer Zeit statt auf Radarkästen auf digitale Geschwindigkeitstafeln mit Smiley­s. Davon sollen in Zukunft noch mehr aufgestellt werden. Die Gemeinderäte haben nämlich in der jüngsten Sitzung die Erweiterung der 30-km/h-Zone auf wesentliche Teile des Ortszentrums einstimmig beschlossen. „Das ist eine sehr gute Lösung, das macht Sinn“, urteilt Bürgermeister Hubert Almberger (ÖVP). Er appelliert auch an die Vernunft der Bürger, sich daran zu halten.

Vorangegangen waren dem Beschluss ein 40-seitiges Verkehrsgutachten und Beratungen im Straßenausschuss der Gemeinde. „Unsere smarten Lösungen mit den Smileys verlangsamen den Verkehr“, meint Almberger und sinniert weiter: „Wir werden nicht der Ort des Radars, sondern der Ort der Smileys. St. Johann schenkt dir ein Lächeln.“

Gemeinderätin Petra Sojer (SPÖ) begrüßt die Ausdehnung der 30er-Zone sehr, wär­e aber dafür, abwechselnd zu kontrollieren: „Gerade in der Speckbacherstraße wird gerast.“ Der Straßenausschuss hätte laut Vizebürgermeister Alois Foidl (ÖVP) die Zone noch viel weiter ausdehnen wollen, wurde vom Verkehrsplaner aber eines Besseren belehrt. Trotzdem sollte man laut Gemeindevorstand Heribert Mariacher (parteifrei) in Zukunft auch den „Bereich des neu entstehenden Kindergartens“ ins Auge fassen. Vom Strafen hält er wenig, für den Autofahrer müsse aber klar ersichtlich sein, dass er sich in der 30er-Zone befindet. Er schlägt vor, dass dies auch durch entsprechende Bodenmarkierungen kundgetan wird. Nachdem die Verordnung in Kraft getreten ist, wird die Gemeinde natürlich auch für die entsprechende Beschilderung sorgen, die genaue Zone soll dann auch auf der Homepage und in der Gemeindezeitung kundgemacht werden.

Ebenfalls beschlossen wurde die Erweiterung der Begegnungszone: Auf dem bereits entsprechend gepflasterten, rund 50 Meter kurzen Teilstück zwischen Raika und Billa darf in Zukunft nur noch maximal 20 Stunden­kilometer schnell gefahren werden. Mit Ausnahme von gekennzeichneten Stellplätzen herrscht dort ein Halte- und Parkverbot.

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Von den Begegnungszonen hat St. Johann aber noch lange nicht genug: Laut Almberger soll im Frühjahr mit den Arbeiten vom Kirchplatz bis zum Neubauweg begonnen werden – wobei der Kirchplatz selbst explizit ausgenommen ist. „Ursprünglich wollten wir ja auch den Bereich Bahnhofsweg bis zum Brauweg machen, aber das setzten wir jetzt zurück, bis die Baustelle beim Krankenhaus fertig ist“, wirft der Bürgermeister schon einen kleinen Blick in die Zukunft.


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