3,3 Millionen Packerl unter den Tiroler Christbäumen

Auf dem Tiroler Wunschzettel ganz oben stehen Mode, Bücher und Spielwaren. Hochgerechnet dürften rund 203 Millionen Euro ausgegeben werden.

Markus Renk (Tiroler Buchhandel), der Obmann des Tiroler Handels Martin Wetscher und Peter Zelger (Tiroler Modehandel, v. l.) freuen sich auf Weihnachten.
© WKT/Die Fotografen

Innsbruck – „Handel und Weihnachten, das gehört zusammen“, sagt der Obmann der Sparte Handel, Martin Wetscher. Immerhin 2,1 Prozent des Jahresumsatzes werden vor Weihnachten gemacht. Wichtig ist das Weihnachtsgeschäft für den gesamten Handel, zentrale Bedeutung hat es aber für den Uhren- und Schmuckhandel, die Spielwarenbranche, Buchhandel und den Elektroeinzelhandel. Der Einzelhandel rechnet dieses Jahr laut KMU Forschung Austria mit „stabilem Geschäft“.

75 Prozent der befragten Händler gehen von einem Ergebnis im Weihnachtsgeschäft wie im Vorjahr aus. 15 Prozent stellen sich auf ein etwas schlechteres Ergebnis ein, zehn Prozent erwarten ein besseres Geschäft als zur Weihnachtszeit 2018. Das beliebteste Geschenk der Tiroler ist Bekleidung, 43 Prozent wollen laut einer Studie der KMU Forschung Austria Kleidung verschenken.

Für Peter Zelger vom Landesgremium des Handels mit Mode und Freizeitartikeln ist das durchaus logisch zu erklären: „Mode zu schenken ist etwas durchwegs Persönliches.“ Er spricht sich zugleich für das Einkaufserlebnis im Geschäft aus. Vorteil: „Es kann auch gleich umgetauscht werden, wenn die Größe nicht passt.“ Das empfiehlt auch Wetscher. Er verweist auf immerhin 80.000 Pakete, die pro Tag nach Tirol geliefert werden. Und appelliert an die Konsumenten, „die kleine Greta (Thunberg, Umweltaktivistin, Anm.) in sich zu wecken“. Im Schnitt werden 550.000 Tiroler 350 Euro für Geschenke ausgegeben. Insgesamt werden 3,3 Millionen Geschenke unter Tiroler Christbäumen liegen. Jeder Tiroler kauft laut Studie jedes sechste Geschenk online. „Online-Einkauf und Regionalität sind aber keine Gegensätze“, sagt Spartenobmann Wetscher: „Wichtig ist, dass bei Tiroler Unternehmen, die auch hier Steuern zahlen, gekauft wird, damit die Wertschöpfung dem Land zugutekommt.“

Zudem können durch regionale Einkäufe weite Lieferwege und die damit verbundene Umweltbelastung reduziert werden. Auf Platz zwei der beliebtesten Geschenke stehen übrigens – nach der Bekleidung – Bücher. Die Zahl der Buchkäufer- und leser steigt. „Bücher tragen in unseren schnelllebigen Zeiten zur Entschleunigung bei und bieten einen Gegenpol zur Fake-News-Kultur“, erklärt der Sprecher des Tiroler Buchhandels, Markus Renk.

Besonders für den Buchhandel sei das Weihnachtsgeschäft wichtig: „17 Prozent des Jahresumsatzes werden im Dezember lukriert.“ Und wann werden die Weihnachtsgeschenke eigentlich gekauft? Die meisten Leute kaufen ihre Geschenke laut Studie im Dezember, wobei die Zahl der „Late-Christmas-Shopper“, also Personen, die erst kurz vor dem Fest ihre Geschenke kaufen, im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgeht. „25 Prozent der Tiroler werden ihre Geschenke erst in der letzten Woche vor Weihnachten kaufen, zwölf Prozent weniger als im Jahr 2018. 37 Prozent tätigen ihre Einkäufe schon in der ersten Dezemberhälfte“, sagt Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria. (ver)


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