FPÖ-Funktionär in NÖ nach „Hitlergruß“ aus Partei ausgeschlossen

Auf einem Video ist zu sehen, wie der 24-Jährige den Arm emporstreckt und laut „Hitler“ sagt. Sowohl die FPÖ, als auch SPÖ und NEOS zeigen sich schockiert.

(Symbolfoto)
© Michael Gruber / EXPA

Loosdorf – Die niederösterreichische FPÖ hat den Ortsparteiobmann von Loosdorf (Bezirk Melk) am Mittwoch nach dem Zeigen des „Hitlergrußes“ mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgeschlossen. Das teilte die Landespartei in einer Aussendung mit. Anlass ist ein Video, das dem Wochenmagazin Falter zugespielt wurde und auf dem zu sehen ist, wie der 24-Jährige den Arm emporstreckt und laut „Hitler“ sagt.

Der Mitschnitt zeigt den jungen Mann auf einer Treppe stehend, während ein Freund das Handy auf ihn hält und sagt: „Sag irgendwas“. Der Mann bringt sich in Position, streckt den Arm empor und sagt „Hitla“. Der filmende Freund im Hintergrund zeigt sich zufrieden: „Ja, genau, so passt das. Unser Chef....“, dann bricht das Video ab. Der kurze Film kursiert derzeit in einer Whats-App Gruppe in Loosdorf. Es ist auch auf der Homepage des Wochenmagazins und auf YouTube zu sehen.

„Mit solchen Typen wollen wir nichts zu tun haben“

FPÖ-Landesparteisekretär Michael Schnedlitz zog mit dem sofortigen Partei-Ausschluss nach Bekanntwerden des Videos eigenen Angaben zufolge eine klare Trennlinie zu dem Vorfall. So etwas sei abscheulich und habe bei uns keinen Platz. „Mit solchen Typen wollen wir auch nichts zu tun haben“, ließ Schnedlitz in einer Aussendung mitteilen.

Der Landesgeschäftsführer der niederösterreichischen Volkspartei, Bernhard Ebner, sah ein „zutiefst verabscheuungswürdiges Verhalten, das aufs Allerschärfste verurteilt werden muss“. Der sofortige Ausschluss sei die einzig richtige und logische Konsequenz, nichtsdestotrotz könne es nicht sein, dass „einschlägig bekannte Neonazis Parteifunktionen einnehmen“, hieß es in einer Pressemitteilung.

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Kritik auch von SPÖ und NEOS

„Ein Skandal erster Ordnung, der zeigt, wes Geistes Kind das ist“, meinte der Landesparteivorsitzende der SPÖ NÖ, LHStv. Franz Schnabl. NEOS NÖ-Sprecherin Indra Collini bezeichnete die FPÖ als „Sammelbecken für Nationalsozialisten jeder Altersgruppe“.

Auch wenn die Person jetzt aus der FPÖ ausgeschlossen worden sei, könne man auf den nächsten sogenannten „Einzelfall mit System“ schon warten, teilten die niederösterreichischen Sozialdemokraten mit. Thomas Vasku, SPÖ-Bürgermeister von Loosdorf, meinte in einer Aussendung: „Diese Aktion reiht sich in die lange Folge von Einzelfällen in der FPÖ ein und disqualifiziert sich wie jeder der gefühlt 300 FPÖ-Einzelfälle von selbst.“

Collini erklärte, sie halte es mittlerweile „für eine Zumutung“, dass die FPÖ ein aufrechtes Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP in der Landesregierung habe. „Das schadet der Sache, das schadet aber vor allem dem Ruf des Landes“, betonte die Pinke in einer Aussendung. (APA)


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