Nach Gewalteskalation: Einigung auf Waffenruhe im Gazastreifen

Auslöser der jüngsten Gewalteskalation war die Tötung eines Anführers der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Jihad durch die israelische Armee am Dienstagmorgen.

Die israelischen Panzer an der Grenze zum Gazastreifen sollen langsam wieder abrollen.
© AFP

Gaza – Nach der jüngsten Gewalteskalation haben sich Israel und die Palästinenserorganisation Islamischer Jihad laut Verhandlungskreisen auf eine Waffenruhe geeinigt. Die Feuerpause im Gazastreifen sei um 4.30 Uhr (MEZ) in Kraft getreten, sagte ein Gesandter der ägyptischen Regierung, die zwischen den Konfliktparteien vermittelt hatte. Ein Vertreter des Islamischen Jihad bestätigte die Einigung.

Sechs Tote bei Luftangriff

Bei einem Luftangriff der israelischen Armee sind zuvor in der Nacht auf Donnerstag nach palästinensischen Angaben sechs Menschen getötet worden. Die Opfer gehörten alle derselben Familie an, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Seit Dienstag wurden somit insgesamt 32 Menschen in dem Palästinensergebiet getötet.

Auslöser der jüngsten Gewalteskalation war die Tötung eines Anführers der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Jihad durch die israelische Armee am Dienstagmorgen. Der Islamische Jihad und die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas-Miliz kündigten daraufhin Vergeltung an. Seither wurden aus dem Gazastreifen nach Angaben der israelischen Armee mehr als 350 Raketen auf Israel abgefeuert.

Die israelische Armee reagierte mit Vergeltungsangriffen. Die Luftwaffe beschoss nach eigenen Angaben Stellungen des Islamischen Jihad sowie Kämpfer sowie Raketen-Abschussanlagen. Seit die Hamas 2007 die Kontrolle im Gazastreifen übernahm, gab es bereits drei kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der radikalislamischen Miliz und Israel.

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Die jüngste Gewalt vollzieht sich vor dem Hintergrund einer verfahrenen politischen Situation in Israel. Weil es Amtsinhaber Benjamin Netanyahu nach der Parlamentswahl im September nicht gelang, eine stabile Regierung zu bilden, beauftragte Präsident Reuven Rivlin Ende Oktober seinen Rivalen Benny Gantz mit der Regierungsbildung. (APA/AFP)


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