Tote nach Schüssen an US-Schule: Verletzte auf dem Weg der Besserung

Schulen sind abgeriegelt, Anwohner sollen in ihren Häusern bleiben: In Kalifornien schießt ein junger Mann an einer Highschool um sich. Die Polizei fahndet nach dem Schüler. Später stellt sich heraus: Der Tatverdächtige ist unter den verletzten Opfern.

Die Saugus High School wurde nach dem Vorfall abgeriegelt.
© imago

Los Angeles – Nach einem Schusswaffenangriff eines 16-Jährigen am Donnerstagvormittag in einer Schule in Kalifornien mit zwei Toten sind die insgesamt drei Verletzten auf dem Weg der Besserung. Zwei Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren befänden sich nach Behandlungen in gutem Zustand, sagte eine Krankenhaussprecherin am Freitag. Ein 14-jähriger Bursche wurde bereits entlassen.

Vor der Tat an der Saugus High School dürfte der Verdächtigte, der dort in die Schule ging, eine Botschaft auf einem fremden Instagram-Profil verfasst haben, berichtete die örtliche Polizei. „Saugus, viel Spaß in der Schule morgen“, lautete die Botschaft. Die Nachricht wurde einer Sprecherin des Mutterkonzerns Facebook zufolge mittlerweile gelöscht und der Account entfernt.

Schütze überlebte Kopfschuss

Der mutmaßliche Schütze beging die Tat an seinem 16. Geburtstag. Dabei schoss er auf einem Schulhof innerhalb von nur 16 Sekunden auf eine Person nach der anderen. Gejagt habe er niemanden. Er sei an einem Punkt stehen geblieben und habe von dort aus geschossen, sagte Captain Kent Wegener vom Sheriff-Büro des Distrikts Los Angeles mit Verweis auf Videoaufnahmen von der Tat. Mit der letzten Patrone des Magazins schoss sich der 16-Jährige in den Kopf. Er überlebte mit schweren Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Ein Nachbar des Schützen sagte, der Verdächtigte habe introvertiert, ruhig und traurig gewirkt – eventuell wegen des Todes seines Vaters im Dezember 2017. „Ich habe ihn öfters gefragt, wie es in der Schule war. Er hat nie über Mobbing oder Einsamkeit geklagt“, erzählte der Nachbar.

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Motiv und Waffenherkunft unklar

Eine 16-jährige Schülerin schilderte, dass gerade die erste Unterrichtseinheit im Gange war, als ein paar Mädchen – eine davon mit einer Schussverletzung an der Schulter – in den Raum gelaufen kamen und sagten, dass geschossen werde. „Unser Lehrer hat sofort einen Feuerlöscher gepackt, uns in sein Büro gebracht und die Tür versperrt“, erzählte die 16-Jährige.

Warum der Schüler das Feuer auf seine Kollegen eröffnete und wie er an die Waffe gelangte, sei unklar, sagten Ermittler. Er habe jedoch alleine agiert. Laut „Everytown“, einer Organisation, die für mehr Waffenkontrolle eintritt, war es der mittlerweile 85. Vorfall mit Schusswaffen an US-amerikanischen Schulen in diesem Jahr.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten Menschen durch Schüsse getötet werden. So hatte etwa im Februar 2018 an einer High School in Parkland (Florida) ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Der Schütze wurde festgenommen. Überlebende Schüler hatten nach dem Blutbad eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere Waffengesetze in den USA gestartet, die zu einer landesweiten Bewegung wurde.

Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere – vor allem, weil die Republikaner von US-Präsident Donald Trump dagegen sind. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist gegen eine Einschränkung des Rechts auf Waffenbesitz, das in der US-Verfassung verankert ist. (APA/Reuters)

Hier finden Sie Hilfe

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizidgedanken betroffen sind, finden Sie hier Hilfe:

Die

Telefonseelsorge

ist unter 142 kostenfrei rund um die Uhr jeden Tag erreichbar. Die Beratung ist vertraulich. Mail- und Chatberatung: www.onlineberatung-telefonseelsorge.at

Rat auf Draht:

kostenloser Notruf für Kinder und Jugendliche, Tel. 147 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr, https://www.rataufdraht.at/

Pro mente:

https://promente-tirol.at/de/

Psychiatrische Ambulanz

der Innsbrucker Klinik: Tel. +43 (0)50 504 23648

Notaufnahme des MZA

, Anichstraße 35, Innsbruck: Tel. +43 (0)50 427 057

Psychosozialer Dienst

in Hall in Tirol: www.psptirol.org, Tel. +43 (0)52 2354 9 11

Kriseninterventionsdienst de

s Roten Kreuzes: Notruf 144


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