Daniel Landau: „Palfrader als Ministerin wäre gut“

Wie für Pflichtschullehrergewerkschaftschef Paul Kimberger ist für Daniel Landau denkbar, dass ÖVP und Grüne trotz der inhaltlichen Differenzen bei den Koalitionsverhandlungen in Sachen Bildung handelseins werden.

Grüner Landau ist eines Sinnes mit Gewerkschafter Kimberger.
© Leitner

Von Karin Leitner

Wien –Er war Lehrer, hat für die Grünen für den Wiener Gemeinderat kandidiert und ist seit Jahren als Bildungsaktivist unterwegs. Wie für Pflichtschullehrergewerkschaftschef Paul Kimberger ist für Daniel Landau denkbar, dass ÖVP und Grüne trotz der inhaltlichen Differenzen bei den Koalitionsverhandlungen in Sachen Bildung handelseins werden. „Dann, wenn sich die vernünftigen Positionen von Tirol, Vorarlberg und Salzburg niederschlagen“, sagt er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

„Großartig“ sei das, was die Tiroler ÖVP-Bildungslandesrätin Beate Palfrader vertrete: „Bei ihr steht nicht die Ideologie im Mittelpunkt. Jedes Kind steht im Zentrum der Überlegungen“, befindet Landau. Auch bei der „Gemeinsamen Schule“, die bei der Bundespartei verpönt sei, tickten die Tiroler Schwarzen anders. Ergo wäre „gut“, wenn Palfrader Bildungsministerin werden würde: „Ich kann sie mir als Ressortchefin hervorragend vorstellen.“ Also wünscht er nicht, dass die Schulagenden einem Grünen überantwortet werden? „Mich interessiert die Person und deren Haltung mehr als die Farbenlehre.“

Wie berichtet, möchte Kimberger Heinz Faßmann, der in der türkis-blauen Regierung Minister war, erneut als solchen. Wie sieht Landau das? „Selbst ihn könnte ich mir mit einem anderen Partner als der bildungsfeindlichen FPÖ als anständigen Bildungsminister vorstellen.“

Landaus inhaltliche Begehren an die Verhandler decken sich mit denen des schwarzen Pflichtschullehrergewerkschaftschefs: „Wir beide könnten wohl rasch eine Koalition bilden.“ Fortan sollte es zwei Lehrer in jeder Volksschulklasse geben – „beginnend in den Schulen, in denen vermehrt Kinder mit ungünstigen Voraussetzungen zusammenkommen“, sagt Landau. Was die – von ÖVP und FPÖ fixierten – Ziffernnoten in Volksschulen anlangt, hält er es ebenfalls mit Kimberger. „Es sollte an den Schulen freigegeben werden, welche Form der Leistungsbeurteilung es gibt.“ Aus Landaus Sicht sollte es „ein ausführliches Feedback für Schüler und Eltern geben. Eine Ziffernnote bringt das nicht.“ In puncto „Gemeinsame Schule“ ortet er eine Kompromissmöglichkeit: „Man könnte das aufgreifen, was der ehemalige niederösterreichische ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll angeregt hat – eine sechs Jahre dauernde Volksschule.“ Kinder sollten nicht schon mit zehn, sondern erst mit zwölf Jahren entscheiden müssen, „ob sie in die Hauptschule oder in das Gymnasium gehen“, sagte Pröll 2007.

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Landau sagt nun, dass neben den Schulbelangen „das Thema Kindergarten angegangen werden muss. Das ist dringend.“ Kleinere Gruppen seien vonnöten. „Die jetzigen sind viel zu groß.“ Nicht mehr als zehn Kinder sollten pro Gruppe zu betreuen sein. „Das zu realisieren, sollte innerhalb einer Legislaturperiode möglich sein“, sagt Landau. „Natürlich kosten kleinere Gruppen mehr Geld. Aber auch da bin ich bei Kimberger: Das muss sich ein Land wie Österreich leisten.“


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